Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.05.2007
Regelrecht ins Schwärmen gerät Christoph Haas über diesen Band, der die Arbeiten des Graphikers und Illustrators Hannes Binder zu den Kriminalromanen des Schweizer Schriftstellers Friedrich Glauser versammelt. Binder gelingt es seines Erachtens vorzüglich, die düstere Atmosphäre von Glausers Kommissar-Studer-Romanen ins Bild zu setzen und dabei die Phantasie des Lesers zu beflügeln, nicht zu schwächen. Der Band dokumentiert für ihn zudem eindrucksvoll Binders künstlerische Entwicklung. So sieht er den Illustrator bei seinen ersten Arbeiten "Der Chinese" (1988) und "Krock & Co./Die Speiche" (1990), die stark der Ästhetik des Comics verpflichtet sind, noch im Versuchsstadium. Mit dem Wechsel von der Tusche zum Schabkarton gewinnen die Arbeiten für ihn enorm an künstlerischer Qualität, an Kraft, Expressivität und atmosphärischer Dichte. In diesem Zusammenhang lobt er die Zeichnungen zu "Knarrende Schuhe" (1992). Die Arbeit zu "Wachtmeister Studer im Tessin" (1996) und der Bild-Essay "Glausers Fieber" (1998) zeichnen sich für Haas durch ihr "freies, assoziatives Vorgehen" aus. Sein Fazit: ein "außergewöhnlich schönes und sorgfältig gemachtes" Buch.
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