Francesco Petrarca

Canzoniere

Rerum vulgarium fragmenta. Zweisprachige Ausgabe
Cover: Canzoniere
Insel Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783458175254
Gebunden, 273 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Ausgewählt und aus dem Italienischen übersetzt von Karlheinz Stierle. 1327 hat Petrarca, wenn wir dem Dichter glauben dürfen, die schöne Laura zum ersten Mal erblickt. Um die schicksalhafte Liebe zu der Fernen, Unerreichbaren kreisen die Gedichte seines "Canzoniere". Aus ihnen ging die neuzeitliche Lyrik in Europa hervor. Aber kann uns die Liebeslyrik des Dichters aus dem 14. Jahrhundert heute noch unmittelbar ansprechen? Sie kann. Denn Petrarca ist nicht nur der unglücklich Liebende par excellence, sondern er hat auch die Widersprüchlichkeit der Liebe wie kein anderer in Worte gefasst: Freiheitsbedürfnis und Bindung, Leid und Lust am Leiden. Und der "poeta laureatus", der lorbeerentflammte Dichter, umwirbt noch eine andere Geliebte, die Dichtung selbst. Was wäre ein Sonett, was wäre eine Kanzone ohne Reim? Indem der Übersetzer Karlheinz Stierle sich in dieser Auswahl der Ordnung des Reims, wenn auch nicht sklavisch, fügt, wird er in einen spannungsreichen Dialog zwischen den Möglichkeiten seiner eigenen Sprache und dem Original gezogen. Durch die Zweisprachigkeit dieser Ausgabe hat der Leser die Möglichkeit, diesen Dialog nachzuvollziehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2012

600 Jahre Schmachten - und Christiane Pöhlmann hat noch immer nicht genug. Allerdings ist der Dichter auch kein Geringerer als Petrarca. Und ehrlich gesagt entdeckt Pöhlmann schon auch Motive, Strophen und Texte in dem Konvolut der Canzoniere, die den Test der Zeit nicht bestanden haben, die monoton wirken, und mit Themen wie Weltflucht und der Einsamkeit der Dichterseele staubig rüberkommen. Dafür gibt es ja die Auswahl. Und die besorgt Karlheinz Stierle, der die Rezensentin übrigens auch mit Reimtreue in der Übersetzung überzeugt, derart, dass Pöhlmann diese in der europäischen Kulturgeschichte erste literarische Konturierung des modernen Individuums und liebeskranken Ichs durchaus genießen kann.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.12.2011

Nüchtern, kenntnisreich und freundlich bespricht Rezensentin Franziska Meier diese Neuausgabe von Petrarca-Übersetzungen Karlheinz Stierles. Der Konstanzer Romanist setzt sich bereits seit Jahrzehnten theoretisch und übersetzend mit Petrarca auseinander, berichtet sie. Die vorliegende Ausgabe mit Übersetzungen ist aber nicht neu und enthält auch nicht alle Gedichte des Zyklus, korrigiert sie die Eigenwerbung des Verlags. Stierle selbst bezeichne die Übersetzung als "Fragment eines Fragments" mache aber zugleich deutlich, dass es gar nicht sinnvoll sei, das gesamte Werk zu übersetzen. Meier stimmt Stierles Auswahl jedenfalls zu, die hier anders als in einer früheren Ausgabe bei dtv zweisprachig präsentiert wird. Zustimmend notiert die Rezensentin, dass Stierle entgegen heute gängiger Praxis das Wagnis eingeht, in der Übersetzung auch die Reimform zu respektieren. Das führt für sie zwar nicht immer zu überzeugenden Ergebnissen, aber Petrarca wird dem deutschen Leser auf diese Weise formgetreu präsentiert.
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