Champagner-Cocktails, herrschaftliche Residenzen, geheime Netzwerke - um kaum eine andere Berufsgattung in der öffentlichen Verwaltung ranken sich so viele Geschichten und Mythen wie um die der Diplomaten. Florian Keller porträtiert acht herausragende Botschafter, die die Schweiz in den mächtigsten Zentren der Welt vertraten. Wer waren diese Persönlichkeiten? Welche Karriere führte sie auf diese Posten? Und wie haben sie die Schweizer Interessen vor Ort vertreten?
Botschafter sind die äußerste Vertretung der Schweizer Regierung. Sie sind der längste, wenn auch nicht immer der stärkste Arm der Schweizer Außenpolitik, sind zugleich Nachrichtensammler und Verkörperung des Bildes der Schweiz im Ausland. Die Botschafter Karl Bruggmann, Henry de Torrenté, Albert Huber, August Lindt, Max Troendle, Armin Daeniker, Felix Schnyder und Pierre Dupont vertraten die Interessen der Schweiz auf den wichtigsten Außenposten, und dies während mehr als zwei Amtszeiten. In ihren Porträts spiegeln sich die großen Themen der Schweizer Außenpolitik aus persönlichen Blickwinkeln, sei es das Washingtoner Abkommen, die US-Interessenvertretung in Kuba, der Ost-Handel oder der Kauf des ersten Schweizer Atomreaktors. Ganz nebenbei werden viele Details der Schweizer Diplomatiegeschichte erzählt.
Das Buch wird eingeleitet durch ein Vorwort von Altbundesrat Joseph Deiss.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2017
Rezensent Marcel Amrein erwartet bei Florian Kellers Titel "Botschafterporträts" zunächst eine Sammlung unterhaltsamer Anekdoten, wird jedoch überrascht, denn Kellers Porträtsammlung der acht Botschafter, die die Schweiz zur Zeit des Kalten Kriegs in den "Zentren der Macht" vertraten, ist viel eher eine "nüchtern-systematische Abhandlung" und zwar eine, die ihm einen interessanten neuen Blickwinkel auf die Außenpolitik des neutralen Staates zwischen 1945 und 1975 eröffnet. Nach dem Krieg, erklärt der Rezensent, sieht sich die Schweiz zwischen den Lagern, doch auch diese Mitte war ein Spannungsfeld, dessen Pole durch die Botschafter und ihre verschiedenen Überzeugungen repräsentiert werden. Dies macht der Autor in seinem Buch plausibel, ein Buch, das gelesen werden sollte, so Amrein.
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