Florian Dietmaier

Die Kompromisse

Roman
Cover: Die Kompromisse
Droschl Verlag, Graz 2024
ISBN 9783990591482
Gebunden, 152 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Ein ganzes Leben in Stationen - wie lassen sich die große diplomatische Weltpolitik samt neuen, aufkeimenden oder nicht versiegenden Krisen mit dem Familien- und Privatleben vereinbaren? Peter, Jahrgang 1929, lebt ein klassisches Diplomatendasein: er muss regelmäßig seinen Wohnort wechseln, die Welt bereisen und in unterschiedlichen politischen Ämtern Lösungen verhandeln, Strippen im Hintergrund ziehen, im Vordergrund taktvoll sein sowie Familie und Karriere unter einen Hut bringen. Kurzum, er muss viele Kompromisse eingehen. In seinem Debütroman zeichnet Florian Dietmaier in Etappen ein unermüdliches Leben für die Diplomatie, für die Familie mit allen Hochs und Tiefs nach, in dem nicht alle Bedürfnisse ausgelebt wurden. Akribisch recherchiert wirft "Die Kompromisse" Schlaglichter auf unbekanntere Episoden der Weltgeschichte zwischen 1960 und 2020, rückt Klein- und Kleinststaaten in den Fokus, zeigt deren Bedeutung im Getriebe der großen Politbühne und den Wandel der Zeit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.06.2024

Überzeugend, findet Rezensent Christoph Schröder, erzählt Florian Dietmaier in seinem Debüt "Die Kompromisse" von einem adligen österreichischen Diplomaten, der seine Homosexualität geheim hält. In neunzehn Stationen werden Schlaglichter auf sein Leben geworfen, die dieses, so Schröder, erstaulich anschaulich erfassen: In Liechtenstein, Vaduz und New York, wo Peter mit seiner Frau Jane und dem gemeinsamen Sohn lebt, beweist er sein Verhandlungsgeschick, aber auch seine Fähigkeit, sich vor sich selbst und seinen Mitmenschen zu verbergen. Plötzlich, schreibt der Rezensent, kommt die Szene des Treffens mit einem Mann im Hotel. Die Erzählung ist in der Ich-Form und laut Schröder in einem distanzierten Ton geschrieben; erst am Ende ändert sich die Perspektive und die Leserin erfährt, wer Peters Notizen geordnet hat. Kommt er nach einer langen, transnationalen Parallelexistenz am Ende des Romans irgendwo an? Eine Frage, die Deitmaiers Debüt in bemerkenswertes Weise aufwirft, urteilt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 07.03.2024

Dass das Diplomatenleben oft gar nicht so spannend, sondern viel häufiger bürokratisch und frustrierend ist, liest Rezensentin Julia Schröder in Florian Dietmaiers Debütroman, der die Aufzeichnungen seines Protagonisten zu dessen Karriere als Diplomat versammelt. Gefunden wurden diese Notate von seinem Enkel, der darin von 1960 bis 2020 über kleinere und größere weltpolitische Ereignisse liest, von Biafra bis Nahostkonflikt, erklärt Schröder. So entsteht eine Art Dialog, den der Protagonist Peter mit sich selbst führt und dabei nicht nur persönliche Entscheidungen in Frage stellt. Manchmal ist es schwierig, den vielen auf wenigen Seiten ausgebreiteten Konflikten und Handlungsorten zu folgen, räumt die Kritikerin ein, dennoch attestiert sie dem Buch eine anregende Verbindungen von "Welthaltigkeit" und Innensicht.

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