Das Buch analysiert die Entwicklung der serbischen Nationalbewegung über 20 Jahre vom Tod Titos 1980 bis zum Ende der Milosevic-Ära 2000. Der Zerfall Jugoslawiens nahm mit der Krise im Kosovo und dem aufkeimenden serbischen Nationalismus seinen Anfang. Über die folgenden zwanzig Jahre bestimmte Nationalismus den Diskurs und überschattete die Demokratisierung. Diese Fallstudie des serbischen Nationalismus analysiert nicht nur den Schlüssel zum Verständnis des Zerfalls Jugoslawiens, sondern lenkt auch die Aufmerksamkeit auf die interne Dynamik von Nationalbewegungen im späten 20. Jahrhundert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.10.2005
Florian Bieber ist von "antiserbischen" Tendenzen völlig freizusprechen, weshalb seine Studie zu nationalistischen Strömungen in Serbien "umso eindringlicher" ist, lobt Norbert Mappes-Niediek. "Besonders gründlich" hat sich der Autor in seiner Studie mit einem "toten Winkel" der serbischen Geschichte auseinandergesetzt, nämlich den 80er Jahren und dabei "überzeugend nachgewiesen", dass Nationalismus im Jugoslawien dieser Zeit zur "schieren Selbstverständlichkeit" wurde. Wer erst anfängt sich mit dem Thema zu befassen, wird in diesem Buch "alles" über die wichtigsten Protagonisten der serbischen Geschichte finden, streicht Mappes-Niediek heraus, der einen "vergleichenden Blick" auf die Nachbarstaaten des ehemaligen Jugoslawien allerdings hilfreich gefunden hätte, nicht zuletzt um die Stärke zu erklären, mit der nationalistische Ideen nach dem Ende des Sozialismus wieder aufgetaucht sind. Das Buch ist aus einer Dissertation hervorgegangen und könne durch seine "Übersichtlichkeit und Vollständigkeit" als hervorragendes "Nachschlagewerk" dienen, so der Rezensent eingenommen. Weniger angenehm dagegen findet er die "ermüdende Vielzahl von Fakten", die die Analysen des Autors stützen sollen. Alles in allem aber ist dieses Buch auch für Leser, die nicht vom Fach sind, "gut lesbar", betont Mappes-Niediek, den es freut, dass der Autor nicht mit "Fachchinesisch" zu beeindrucken sucht.
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