Herausgegeben von Dieter Bingen, Peter O. Loew, Krzysztof Ruchniewicz und Marek Zybura.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2011
Rezensent Werner Link findet die in diesem Band gebündelten rund 30 Beiträge durchaus "informativ und erhellend". Der Grundtenor ist ihm jedoch zu schönfärberisch - insbesondere das von dem Mitherausgeber Dieter Bingen proklamierte "märchenhafte politische Elysium" deutsch-polnischer Eintracht geht für den Rezensenten dann doch etwas arg an der Realität vorbei. Überhaupt kommen die Herausgeber und ihre gemeinsame Einleitung in Links Kritik schlechter weg als die übrigen Beitragenden. Die zur Benennung historischer Abschnitte deutsch-polnischer Verständigung verwendeten Metaphern aus dem Bereich der Entwicklungspsychologie ("fröhliche Kindheit", Pubertätszeit", "erwachsene Partnerschaft") hält der Rezensent für albern, wie er durchblicken lässt. Außerdem verzichte die Einleitung auf eine adäquate Würdigung des endgültigen deutschen Verzichts auf die verlorenen Ostgebiete im Grenzvertrag von 1990 ebenso wie auf die Thematisierung der polnischen Vertreibungspolitik. Hier seien immer noch Tabus am Werk, so der enttäuschte Rezensent.
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