Aus dem Griechischen von Doris Wille. Eros und Poesie: Paris im Juni 1897Konstantinos Kavafis verbringt drei Tage in Paris. Der 34-Jährige ist noch nicht der bahnbrechende Dichter, der er einmal sein wird. Voller Selbstzweifel und Ambitionen ringt er um seine künstlerische Befreiung. Muss man nicht dichten wie ein Duellant, der das Leben herausfordert? Währenddessen geht Griechenland gedemütigt aus dem Krieg mit der Türkei hervor, Frankreich wird durch die Dreyfus-Affäre erschüttert, und Kavafis' Familie erlebt den wirtschaftlichen Niedergang.
Konstantinos Kavafis, einer der wichtigsten griechischen Lyriker, hat 1879 drei Tage in Paris verbracht, denen Ersi Sotiropoulos nun einen Roman widmet, erklärt Rezensentin Tanya Lieske. Sie zeigt Kavafis als einen hochsensiblen Mann, der in Paris zu seiner Homosexualität und zu sich findet, der auf den Spuren Victor Hugos und Baudelaires wandelt und der sich mit der Unterwelt vertraut macht, um ein Dichter zu werden, erfahren wir. Sotiropoulos hat sich hier eine biographische Leerstelle gesucht und diese hochpoetisch und charmant mit ihrer Dichtkunst gefüllt, freut sich die Kritikerin.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.09.2025
Ersi Sotiropoulos hat dem griechischen Dichter Konstantinos Kavafis einen Roman gewidmet, schildert Rezensent Tobias Lehmkuhl: Sie widmet sich Kavafis' Zeit in Paris, genauer den drei Tagen vor seiner Rückreise nach Alexandria, die ihn zu dem Dichter machen, als der er heute noch gerühmt wird. Sotiropoulos widmet sich dabei vor allem dem Innenleben von Kavafis, lobt der überzeugte Lehmkuhl, der ist zunächst enttäuscht, dass seine Gedichte von einem verehrten Poeten abgekanzelt werden, nutzt das aber als Motor, zu seiner "reimlosen Einfachheit" zu finden. Für den Kritiker ein spannender Entwicklungsroman, der auch kleinere Orientierungslosigkeiten in der Handlung vertragen kann.
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