Aus dem Griechischen von Theo Votsos. Eine beinahe unmerkliche Explosion, eine Wolke aus Rauch, empfindliche Stille - dann das dumpfe Knacken berstenden Marmors: Der Parthenon auf der Akropolis ist Geschichte. Kaum hat sich der Qualm verzogen, wird die schmerzliche Leere entblößt: Wo noch vor kurzem das Wahrzeichen Athens gethront hatte, ist jetzt - nichts. Scharenweise pilgern die Menschen an den Ort dieser griechischen Tragödie: Wer hat ihnen ihr Sinnbild, ihren Ankerpunkt genommen?
Christos Chryssopoulos macht in seinem Roman die große Ambivalenz nicht nur der Griechen, sondern darüber hinausweisend jeder nationalen Identität zum Thema.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.05.2018
Andreas Platthaus liest den von Christos Chryssopoulos verfassten, im griechischen Original bereits 2010 erschienenen Roman über einen Akropolis-Bombenleger und seine Beweggründe als Psychogramm einer ganzen Gesellschaft, die ihre Mitte verloren hat. So knapp der Text ist, so bedrohlich schildert der Autor laut Platthaus seinen Täter, die nachfolgenden Erklärungen und das Beweismaterial, das zurückführt zu einer mysteriösen historischen Mission aus der Nachkriegszeit. Ein "frivol-brutalistischer" Ton und die Form der Textcollage laden das Ganze mit Realität auf, erklärt der Rezensent.
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