In den zu Lebzeiten Ernst Jüngers abgeschlossenen achtzehn Bänden der Sämtlichen Werke sind die nach 1983 publizierten Arbeiten des Autors noch nicht enthalten. Deshalb werden die Sämtlichen Werke um vier Supplementbände ergänzt, mit denen dann das Gesamtwerk Ernst Jüngers in einer geschlossenen Edition vorliegen wird. Mit Band 20, dem zweiten Supplement-Band, wird "Siebzig verweht III" in die Ausgabe der Sämtlichen Werke übernommen. Der Band enthält die Tagebuchaufzeichnungen der Jahre 1981-1985. Den Stoff liefert die Einlassung mit dem Nächsten und dem Fernsten: mit Haus und Garten und Feld und Wald und mit Großstädten und fremden Weltgegenden, mit dem Glück der subtilen Jagd und mit den Verwüstungen der als unvermeidbar erkannten Technik, mit Freund und Feind, mit Leben und Tod.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.02.2001
Mit geradezu unheimlichem Wohlwollen bespricht Uwe Pralle sowohl das von Tobias Wimbauer erstellte "Personenregister der Tagebücher Ernst Jüngers" (Rombach) als auch die soeben erschienene Neuausgabe von Jüngers "Siebzig verweht III" (Klett-Cotta).
Vor allem mit der "eine seit langem zu spürende Lücke schließenden Kärrnerarbeit" Wimbauers befasst sich die Doppelbesprechung und erklärt ihre Nützlichkeit: Die zusammengetragenen Namen von Freunden und Gegnern, Zeitgenossen und Traumfiguren, so Pralle, ergäben schon allein statistische Aufschlüsse. Was die Arbeit Wimbauers nach Maßgabe des Rezensenten zu "einem der seit langem nützlichsten Bücher zu Jünger" macht, ist indes wohl auch der Umstand, dass der Verfasser "die Verweise stets auf Datum und Fundort bezogen (hat) und nicht etwa auf Seitenzahlen spezieller Ausgaben". Wimbauers Hinweise, wann Erwähnungen Jüngers nur in früheren bzw. späteren Fassungen vorkommen, findet Pralle gleichfalls sehr nützlich. Außerdem halte der Band mit der Entschlüsselung von Decknamen noch die eine oder andre Überraschung bereit. Mit angenehmen Überraschungen geizt, verstehen wir den Rezensenten richtig, auch "Siebzig verweht III" nicht. Hat auch die Neuedition, wie Pralle bemerkt, wenig Veränderungen zu bieten, so sei in diesen einem schweifenden, mehrgleisigen Denken als angemessene Form dienenden Tagebuchnotizen "der elementare literarische Gestus von Jünger " verkörpert. Ein lohnendes Beobachtungsfeld, meint Pralle - für die Jünger Jüngers.
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