Ernst Hillebrand (Hg.), Anna M. Kellner (Hg.)

Für ein anderes Europa

Beiträge zu einer notwendigen Debatte
Cover: Für ein anderes Europa
J. H. W. Dietz Nachf. Verlag, Bonn 2014
ISBN 9783801204525
Kartoniert, 191 Seiten, 16,80 EUR

Klappentext

Mit der "Eurokrise" stellt sich die Frage: Wie steht die Europäische Union zu den grundlegenden Werten und Zielen der politischen Linken Demokratie, Selbstbestimmung, Freiheit und Wohlstand für möglichst viele Menschen? Ist die EU ein emanzipatorisches Instrument der Bürger Europas? Oder ist sie ein Agent ihrer schleichenden Entmündigung? Brauchen wir mehr Europa oder weniger? Höhlt die EU die politischen und sozialstaatlichen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts aus? In welche Richtung muss sich die Europäische Union Entwickeln, um die vielfältigen Probleme des Integrationsprozesses aufzubrechen? Intellektuelle aus 11 Mitgliedsländern der Europäischen Union haben Ihre Visionen für ein progressiveres Europa aufgeschrieben - frei von Denkverboten und Schablonen. Sie eint die Erkenntnis: Europa kann es besser!

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.09.2017

Mehr als einen schönen Trick kann Martin Winter in der hier von Thomas Piketty, Stéphanie Hennette, Guillaume Sacriste und Antoine Vauchez vorgestellten Idee für ein anderes Europa nicht erkennen. Ein von den Autoren entworfener Demokratisierungsvertrag möchte ein neues Euro-Parlament schaffen, in dem die Finanz- und Wirtschaftspolitiken der Eurozone kurzgeschlossen werden sollen. Das würde die Mechanismen der Eurozone sprengen, stellt Winter beunruhigt fest, und die Nationalstaaten entmachten. Für den Rezensenten ein allzu radikaler, unseriöser Ansatz, der mit kräftiger Schwarzmalerei europäischer Realitäten einhergeht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2014

Nicht wirklich überzeugt ist Wilfried Loth von diesem Sammelband , für den die Friedrich-Ebert-Stiftung verschiedene Autoren aus dem linken sozialdemokratischen Spektrum gebeten hat, ihre Vorschläge für ein besseres Europa zu umreißen. Fragwürdig findet Loth die Prämisse, dass Europa die politischen und sozialen Errungenschaften der Nationalstaaten unterminiert, die dann etwa der französische Politologe Laurent Bouvet in seinem Beitrag zum "Widerspruch" noch steigere. Vor allem aber ergeben die Beiträge in Loths Sicht eine sehr uneinheitliche Richtungsaussage. Die einen wollen eine europäische Finanzpolitik, die anderen halten sie erst recht für gefährlich. Die einen fordern Lohnsteigerungen in Deutschland, die anderen einen Marshallplan für Europa. Angesichts der Widersprüchlichkeit sieht der Rezensent in dem Band nur einen ersten Schritt in Richtung einer europäischen Diskussion.

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