Oskar Schindler, der Mann, der während des 2. Weltkrieges über 1300 Juden vor dem fast sicheren Tod rettete, ist ein Mythos. Wer war Oskar Schindler wirklich? Erstmalig liegen nun zahlreiche Dokumente und Briefe Oskar Schindlers vor, die vor einem Jahr in einem Koffer auf einem Dachboden in Hildesheim entdeckt wurden. Sie geben neue Einblicke in die dramatischen Ereignisse der damaligen Zeit, aber auch in Schindlers Leben in der Nachkriegszeit - sie bezeugen seine immer neuen Versuche, beruflich Fuß zu fassen, in Argentinien, in Deutschland. Die Dokumente berichten von offiziellen Ehrungen, aber auch von Enttäuschungen, von seinem beständigen Einsatz für Israel und seine jüdischen Freunde - alles überschattet durch immer größere gesundheitliche Probleme.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2001
Hans-Jürgen Döscher lobt die Publikation, die Auszüge aus den jüngst auf einem Dachboden gefundenen persönlichen Aufzeichnungen Oskar Schindlers bietet, als "sachkundig zusammengestellt" und "einfühlsam kommentiert". Der Autorin gelinge es, Schindler als "facettenreiche Persönlichkeit mit all ihren Schwächen" darzustellen. Zudem teile sie viel Unbekanntes aus Schindlers bewegtem Leben mit, so der Rezensent angetan. So erfahre man Neues über die Korrumpierbarkeit der SS gegen Ende des Krieges und über die vergeblichen langjährigen Bemühungen Schindlers um eine Rente. Als "document humain" stellt das Buch Döscher zufrieden. Doch hofft er auch auf eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Briefwechsels.
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