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Walther Leisler Kiep

Brücken meines Lebens

Die Erinnerungen
Cover: Brücken meines Lebens
F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, München 2006
ISBN 9783776624441
Gebunden, 334 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Der erfolgreiche Unternehmer und langjährige Vorsitzende der "Atlantik-Brücke" traf als Unterhändler in außenpolitischen Missionen mit großen Politikern in aller Welt zusammen. In seiner Lebensbilanz berichtet er über sein vielfaches Wirken: als eigenständiger Politiker, der vor Konflikten mit den Parteichefs Helmut Kohl und Franz Josef Strauß nicht zurückschreckte, als Schatzmeister der CDU und niedersächsischer Finanzminister, im VW-Aufsichtsrat, als Botschafter für die deutsch-amerikanischen Beziehungen und für die Türkei. Sein Leben ist ein Spiegel unserer Zeitgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.05.2006

Ein erstaunlich gutes Buch über eine erschreckend schlechte Realität, staunt Rezensent Werner A. Perger. Denn schließlich handele es sich doch gewissermaßen ?nur' um die Erinnerungen eines Politikers aus der zweiten Reihe, der es nie zum Minister gebracht hat. Nicht gerade von unten, dafür aber aus der Höhle des Löwen könne Walther Leisler Kiep 16 Jahre Helmut Kohl als eine Art "Umerziehung" aus dem Geiste der "Intoleranz" beschreiben. 1971 hat Kiep, wie er selbst bekennt, den größten Fehler seines Lebens gemacht, als er er sich zum Schatzmeister der CDU wählen ließ, weil er sich so mehr politischen Einfluss versprach. Neben 22 Jahren mit Prozessen, so der Rezensent, habe Walther Leisler Kiep aber noch Zeit gefunden, die Außenpolitik der CDU wesentlich mitzubestimmen, beispielsweise bei der Rettung der Türkei vor dem Staatsbankrott oder bei der Unterstützung der Demokratie in Portugal. Solche Innenperspektiven aus dem "globalen Monopoly-Spiel" sind für den Rezensenten äußerst aufschlussreich. Auch die Stellungnahmen Kieps zur Außenpolitik von George W. Bush und dessen "Verrat" an den amerikanischen Idealen sei bemerkenswert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2006

Mit Interesse hat Rainer Blasius die Erinnerungen des CDU-Politikers Walther Leisler Kiep gelesen, wenn er ihm auch nicht alles abnimmt. Großen Raum nimmt selbstverständlich Kieps Zeit als Schatzmeister der Partei ein - ein Posten, den er 21 Jahre inne hatte und der ihm 22 Jahre lang juristischen Ärger einbrachte. Allerdings meldet Blasius gewisse Bedenken an, ob Kiep wirklich so naiv in die verschiedenen CDU-Spendenaffären - von der Staatsbürgerlichen Vereinigung bis zu den Schreiber-Millionen - hineingestolpert ist, wie er "glauben machen möchte", oder ob ihn nicht auch "Ehrgeiz und Arroganz" angetrieben haben. Aufschlussreich erschienen dem Rezensenten dagegen Einblicke in Kieps Familiengeschichte, vom Urahn, der als Revolutionär geköpft wurde, bis Kieps Vater, der, ein Diplomat und Wehrmachtsoffizier, 1944 aufgrund einer Denunziation hingerichtet wurde.
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