Erich Kästner

Dieses Na ja!, wenn man das nicht hätte!

Ausgewählte Briefe von 1909 bis 1972. Für alle Altersstufen
Cover: Dieses Na ja!, wenn man das nicht hätte!
Atrium Verlag, Zürich 2003
ISBN 9783855359448
Gebunden, 544 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Sven Hanuschek Der große Erich-Kästner-Briefband mit vielen bislang unveröffentlichten Briefen Kurt Tucholsky, Heinrich Mann, Stefan Zweig, Astrid Lindgren, Max Frisch, Bertolt Brecht. Die Liste der berühmten Briefpartner Erich Kästners scheint endlos zu sein und macht deutlich, wie eng der Schriftsteller mit fast allen prominenten Literaten seiner Zeit in Kontakt stand. Die Briefe, die der Kästner-Experte Sven Hanuschek zusammengetragen und kommentiert hat, zeichnen ein lebhaftes und vielschichtiges Bild des privaten und öffentlichen Erich Kästners. Neben den literarischen Zeugnissen zum Beispiel aus der Zeit, in der Kästner Vorsitzender des PEN war, enthält die Sammlung eine Vielzahl privater Briefe, darunter auch zwei Kinderbriefe Erich Kästners.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2004

Großartig findet Heinrich Detering diesen Briefband, der einen Erich Kästner zeigt, "den wir so noch nicht kannten". Erstmals habe Kästner mit Sven Hanuschek einen Herausgeber gefunden, der den Schriftsteller nicht zur Beweisführung seiner biografischen Thesen instrumentalisiere, wirft sich Detering für das Buch in die Bresche. Es sei wohl kaum möglich, sich auf diesen 500 Seiten zu langweilen, schwärmt er weiter. Kästner erweise sich durchgängig als witziger, warmherziger und vor allem stilsicherer Briefeschreiber, wobei Herausgeber Hanuschek eine konzentrierte Auswahl aus Kästners gesamtem Briefwechsel getroffen hat. Der Band beginnt mit einem Brief des 10-jährigen Kästners an seine Eltern, gefolgt von Briefen aus den 20er Jahren, in denen Kästners Karriere seinen Beginn nimmt, und aus den 30er Jahren, die Kästners Überlebensbemühungen und -künste dokumentieren; die meisten Briefe - an Freunde, Verleger, Geliebte - aber stammen aus der Nachkriegszeit und belegen auf eindrucksvolle Weise, so Detering, wie sehr sich Kästner um die Reintegration der Emigranten bemüht hat. Auffällig sei aber auch, wie viel unbeschwerter Kästner das "Wir" über die Lippen ging als den aus dem Exil Heimgekehrten. Der Briefband endet mit einem düsteren und bitteren Kästner-Ton, der einen zwischen zwei Frauen zerriebenen und vom Alkohol mürbe gewordenen Mann zeigt, der sich politisch enttäuscht sah, resümiert Detering. So verdienstvoll die Ausgabe sei, kritisiert dieser, so verschweige der Kommentar leider so manches interessante Detail, das ein aufmerksamer Leser wie unser Rezensent gerne wüsste.
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