Von Erich Kästner über seine "Opel-Gang" bis zu Billy Bragg - Campino spricht als Heinrich-Heine-Gastprofessor über Lyrik, das Songtexten und die Wirkung von Musik. Dabei wird er politisch und persönlich, erzählt von Düsseldorf und Kunst, vom Einfluss des englischen Punk, von deutscher Nazi-Vergangenheit und dem eigenen Älterwerden. Seine Gedanken sind ein Gang durch die deutsche Zeitgeschichte und die eigenen, in vierzig Jahren entstandenen Texte. Der Band enthält alle vorgetragenen Songs und Gedichte und wird ergänzt um exklusive neue Texte und Passagen.
Der Tote-Hosen-Sänger Campino hat an der Düsseldorfer Universität zwei Vorlesungen über seine musikalische Entwicklung zum Punk gehalten, die Rezensent Nico Bleutge mit wechselhaften Gefühlen liest. Wie Campino in den 1970er-Jahren den Punk als Lebensgefühl für "namenlose Hänflinge aus der Vorstadt" entdeckt und über Texte zwischen Erich Kästner und Patti Smith schreibt, die ihn begeistert haben, überzeugt Bleutge. Weniger eingenommen ist der Kritiker von den Ausführungen zu Gefahren und Risiken des Internets und KI - das ist ihm mit den bekannten Talking Points um "Fake News" und Hass im Netz schon allzu gut bekannt. So empfiehlt er eher den ersten der beiden Vorträge zur Lektüre.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.10.2024
Geht schon klar, aber allzu viel sollte man nicht erwarten: Das ungefähr ist der Tenor der Besprechung des Rezensenten Jakob Biazza zu Campinos Buch. Das basiert auf zwei Vorlesungen des Tote-Hosen-Sängers an der Uni Düsseldorf und leidet für den Kritiker etwas darunter, dass das Charisma der Stimme des Sängers in Schriftform, wenig überraschend, nicht erhalten bleibt. Dennoch ist Biazza recht angetan vom ersten Teil des Buches, das sich mit der Frage beschäftigt, wie Dichtkunst die Alltagssprache beeinflusst, und in der unter anderem geschickt Popmusikyrics und Dichterverse nebeneinander gestellt werden, um auf soziale Veränderungen aufmerksam zu machen. Wenn Campino seine eigenen Songtexte neben Erich Kästners Gedichte stellt, kann er hingegen nur verlieren, aber das weiß er immerhin auch irgendwie selbst, meint Biazza. Nicht allzu erhellend sind die im zweiten Buchteil enthaltenen Gedanken Campinos zu AfD, Twitter und anderen aktuellen Aufregerthemen, findet Biazza, dem allerdings durchweg gefällt, wie emotional ehrlich Campino schreibt.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,…