Aus dem Lateinischen, kommentiert und mit einem Nachwort von Kurt Steinmann. Mit Bildern von Cornelia Schleime. Die Weltherrscherin Torheit verkündet die Wahrheit, und sie tut es lachend: Dank ihrer dienstfertigen Zofen - Eigenliebe, Schmeichelei, Vergesslichkeit, Faulheit oder Lust - hat sie das ganze Erdenrund ihrer Macht unterworfen und ist nun Königin selbst über Könige.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.10.2011
Die wunderschöne Neuausgabe von Erasmus' "Lob der Torheit" mit Aquarellen von Cornelia Schleime verführt Burkhard Müller dazu, dessen Ruf als unterhaltsames und sprachlich glänzendes "Meisterwerk" nun selbst einer Prüfung zu unterziehen. Sein Fazit klingt nicht so vorteilhaft wie in dem Nachwort des Übersetzers Kurt Steinmann: für den Rezensenten ist die deutsche Übersetzung, was sprachliche Brillanz angeht, lediglich "Normalniveau" und an der Gesamtkomposition des Werks hat er auch etwas auszusetzen. So stört er sich daran, dass Torheit, die als Erzählinstanz fungiert, in drei unterschiedlichen und letztlich nicht wirklich verwandten Ausprägungen hervortritt. Zudem zeiht Müller Erasmus selbst des Vergehens an, das dieser höhnisch den Gelehrten vorwirft, die nur ihre "Lesefrüchte" kompilieren. Was "wahrhaft human" hätte werden können, ist in den Augen des enttäuschten Rezensenten damit lediglich "humanistisch" geraten.
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