Aus dem Spanischen von Petra Strien. Schriftsteller und Spione, geheime Liebschaften und Voyeure, eine kleine Familie und ihr kühnes Oberhaupt: kunstvoll, komisch und temporeich zeigt der Roman über den Tag im Leben eines Schriftstellers, wie sich übermäßige Neugier zuweilen fatal auf die Gesundheit auswirken kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2002
Enrique Vila-Matas' Roman "Die merkwürdigen Zufälle des Lebens" um den in Barcelona lebenden Dichter Marcelino, der an einer Trilogie über die Menschen in seiner Straße, der Calle Durban, schreibt, hat Rezensentin Klara Obermüller nicht hundertprozentig überzeugt. Zwar hält sie dem Autor zu Gute, dass er die Geschichte Marcelinos mit "leichter Hand" und "viel Sinn für die Komik der Situation" erzähle. Auch die "klugen Reflexionen", die sich mit "amüsanten Schilderungen skurriler Figuren und seltsamer Begebenheiten" abwechseln, sowie der "bestechende Vergleich" zwischen dem Handwerk des Schreibens und dem Geschäft der Spionage, der dem Autor die Gelegenheit gebe, ein paar ganz reizvolle Anekdoten aus seinem Leben zum besten zu geben, sprechen nach Obermüller eigentlich für das Buch. Doch im Ganzen reicht Obermüller das nicht. So ist ihr unklar, was der Dichter uns eigentlich sagen will, die theoretischen Überlegungen, die das Buch durchziehen, wirken für sie "aufgesetzt", die erzählerischen Passagen "disparat". Zudem hätte sie lieber mehr über das Leben der Menschen in der Calle Durban erfahren, als über den beschriebenen Tag, an dem im Grunde nichts geschieht.
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