Am Anfang war der Job im Kaufhaus für Simone Wenger nur eine Gelegenheit zur Finanzierung ihres Studiums. Bald aber wird mehr daraus: Fasziniert von dem riesigen Warenverkehr und von dem Miteinander der Kollegen erlebt Simone das Kaufhaus wie eine erstaunliche Großfamilie, in der sie ganz aufgeht. Sie gibt ihr Studium auf und schreibt die Reklametexte für die Firma. Jahre später beobachtet sie erschreckt die 'corporate identity' - eine Identität, die schon lange nicht mehr ihre ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.08.2005
Nicht gerade begeistert zeigt sich Rezensentin Laura Weißmüller von Nicole Müllers Warenhausroman. Eher findet sie das Buch ziemlich oberflächlich, was insbesondere daran liegt, dass Müller nicht mit "platten Lebensweisheiten" und "hinkenden Vergleichen" geizt. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Studentin, die der Faszination eines Schweizer Kaufhauses erliegt. So wird aus dem zweiwöchigen Putzjob eine zehn Jahre lange Karriere, die in der Werbeabteilung des Unternehmens endet. Müller entwerfe zwar das Personal, das den Konsumtempel bevölkert, durchaus "gewissenhaft", so die Rezensentin, bediene sich dabei aber zu oft in der "Ramschkiste der Klischees". Ein wenig interessanter erscheint der Rezensentin die Parallelwelt des Kaufhauses, in dem die einzelnen Etagen unterschiedlichen Lebensabschnitten gleichen und die Kollegen die Familie ersetzen. Etwas klischeehaft erscheinen Weißmüller schließlich die Umstände, unter denen die Ich-Erzählerin sich ihres sinnlosen Tuns in der Werbeabteilung des Warenhauses bewusst wird: bei einem Spaziergang in den indischen Slums, wo sie halbnackten Straßenkindern begegnet.
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