Aus dem Portugiesischen von Ulrich Kunzmann und Klaus Laabs. Im Alter von 84 Jahren verliert Antonio Silva seine Frau. Aber es kommt noch schlimmer: Er muss ins Altersheim. Gemeinsam mit anderen Greisen versucht er dort, dem Tod so viel Leben wie möglich abzuringen, und durchläuft so eine ungeahnte Wandlung. Sein Herz öffnet sich, und die Erinnerungen an seine Vergangenheit im Portugal des 20. Jahrhunderts ändern das Bild, das er von sich selbst hat. Silva erkennt immer deutlicher, dass er zwar vordergründig ein guter Mensch war, dass dies in Zeiten einer Diktatur, wie der Salazars, aber nicht genügt. Mit kantigem Humor und behutsamer Einfühlung erzählt Valter Hugo Mãe eine verblüffende Geschichte über Verantwortung, Freundschaft und Selbsterkenntnis.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2013
Eberhard Geisler gratuliert Valter Hugo Mãe zu seinem gelungenen Einstand als Romanautor im deutschsprachigen Raum. Nicht nur, dass der 1971 geborene Mae sich für seine Hauptfigur in die Perspektive des Alters einfühlt, er bringt aus seiner Arbeit als Lyriker auch den Sinn fürs Detail mit. Kein Geplauder also, stattdessen eine Sprödheit, an der Geisler Gefallen findet, weil sie eben nicht vereinfacht, sondern aufmerksam um Einzelheiten bemüht ist. Dabei fallen für Geisler nicht nur Einsichten in die menschliche Existenz ab, sondern auch in die Geschichte Portugals.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…