Eduardo Mendoza

Katzenkrieg

Roman
Cover: Katzenkrieg
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2012
ISBN 9783312005437
Gebunden, 416 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Peter Schwaar. Madrid im Frühjahr 1936. In der Stadt brodelt es: Kommunisten wollen an die Macht, die faschistische Falange plant einen Putsch. Am Vorabend des Bürgerkriegs reist ein englischer Kunstexperte nach Spanien, um ein verschollenes Bild von Velázquez zu begutachten. Der Auftrag ist brisant - mit dem Erlös des Verkaufs könnten die Falangisten Waffen kaufen. Was für Anthony Whitelands als kunsthistorisches Abenteuer beginnt, entwickelt sich zur lebensgefährlichen Verfolgungsjagd durch Madrid.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.01.2013

Paul Ingendaay wundert sich ein wenig darüber, wie viele spanische Autoren sich noch immer der ideologischen Konflikte der dreißiger Jahre bedienen. Im Einzelfall hätte er deswegen ganz gerne eine Begründung, warum schon wieder Franco und die Putschisten bemüht werden. Eduardo Mendoza ist allerdings ein Autor, der sich die Rechtfertigung sparen darf, gesteht der Rezensent ihm zu. Dafür nutzt Mendoza einfach schon zu lange die "Geschichte als Spiegelkabinett", wenn auch nie ganz ernsthaft, zwischen "Farce und Gesellschaftsroman". In "Katzenkrieg" knöpft er sich einen jungen, englischen Kunsthistoriker vor, der im Hause eines spanischen Herzogs einen Velázquez schätzen soll, dessen Verkauf zur Bewaffnung der spanischen Rechten angedacht ist, fasst Ingendaay zusammen. In der Hauptsache umfasst der Roman "geheimdienstliche Beinarbeit" und detaillierte Ausschweifungen Mendozas über das Madrider Stadtbild oder die Kunstgeschichte ganz allgemein. Schwächer ist der Roman allerdings, wenn der Autor sich an Beschreibungen der Liebe versucht, oder die ein oder andere Figur etwas zu plakativ ausgestaltet - dann kommt die Farce zu ihrem Recht, meint Ingendaay.

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