Emile Bravo

Spirou oder: die Hoffnung 1

Spirou und Fantasio Spezial 26
Cover: Spirou oder: die Hoffnung 1
Carlsen Verlag, Hamburg 2018
ISBN 9783551776563
Kartoniert, 96 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Dieser Band ist Teil einer vierbändigen Ausgabe mit den Titeln "Spirou der: die Hoffnung" 1 bis 4 und den ISBN 9783551776563, 9783551776389, 9783551776402, 9783551780478. Aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock. Brüssel im Januar 1940. Der Krieg! Die Deutschen! Gibt es dieser Tage denn kein anderes Thema?! Spirou mag es nicht mehr hören. Selbst Fantasio leistet Militärdienst und träumt von großen Heldentaten fürs Vaterland. Dabei ist Belgien doch neutral! Als er aber Bekanntschaft mit Felix macht, der neu in Brüssel ist, beginnt sich Spirous Blick auf die Dinge zu ändern: Die Deutschen verfolgen Menschen jüdischen Glaubens?! Felix war gezwungen, sein Zuhause in Deutschland zu verlassen?! Unglaublich! Als wenig später tatsächlich deutsche Soldaten in Brüssel einmarschieren und man jüdische Exilanten auch hier zusammentreiben und in Lager deportieren lässt, ist Spirous politisches Bewusstsein erwacht…

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.08.2022

Christoph Haas hat Respekt vor Emile Bravos Großprojekt, das Spirou in das besetzte Belgien folgt. Bravos Verbeugung vor Hergé, die seinen Helden schon mal in Knickerbocker steckt, entgeht Haas ebensowenig wie die Kunstfertigkeit, mit der Bravo episodisch das Panorama des Lebens im okkupierten Begien zwischen Kollaboration und dem Versuch, Gutes zu tun, zeichnet. Die Graphic Novel hat selbst keinen besonderen Spannungsbogen, erklärt Haas, fügt sich aber "nahtlos" an Bravos "Porträt eines Helden als junger Tor" von 2013 an.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.04.2019

Christoph Haas erkennt, wie gekonnt Emile Bravo mit diesem Comic an sein vor elf Jahren erschienenes "Porträt eines Helden als junger Tor" anknüpft. Januar 1940, kurz vor dem deutschen Überfall auf Belgien. Dass der Autor den Zeitrahmen nicht nutzt, um eine actionreiche Nazijägergeschichte zu entwickeln, rechnet Haas ihm hoch an. Viel besser gefällt dem Rezensenten, wie Bravo episodisch und unaufgeregt im Stil vom Verhalten der Menschen im Krieg erzählt, von Opfern und Sympathisanten, von Mitläufertum, Menschlichkeit, Mut und Vernunft. Das Pathos im Band erinnert Haas an Filme von Rosselini und Renoir. Die weiteren Bände der Tetralogie erwartet er mit Spannung.

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