Jonathan Robijn

Kongo Blues

Kriminalroman
Cover: Kongo Blues
Edition Nautilus, Hamburg 2019
ISBN 9783960541868
Kartoniert, 176 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Aus dem Flämischen von Jan-Frederik Bandel. Morgan, schwarzer Jazzmusiker, verdient sein Geld mit gelegentlichen Konzerten in Brüsseler Bars. An seine Kindheit in den Tropen kann er sich kaum erinnern. Als er am ersten Tag des Jahres 1988 von einem Silvesterkonzert nach Hause kommt, findet er eine elegante junge Frau im schwarzen Abendkleid schlafend in der Nähe seines Hauses liegen. Sie würde erfrieren, wenn er sie liegen ließe, also denkt er nicht lange nach und trägt sie vorsichtig in seine Wohnung. Sie schläft tief und fest, und als er sie vorsichtig ablegt, fällt ein Umschlag mit einer Million Belgischer Franken aus ihrer Tasche. Als sie am nächsten Morgen zu sich kommt, verrät sie nicht, wer sie ist. Sie geht, aber sie kommt wieder und zieht mit zwei Koffern bei ihm ein, angeblich, weil in Brüssel alle Hotels ausgebucht sind. Ist ihr Zusammentreffen womöglich gar nicht so zufällig, wie es schien? Morgan beginnt, Erkundigungen über Simona einzuholen …

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.04.2019

Rezensent Alex Rühle versteht das Label der deutschen Ausgabe von Jonathan Robijns Roman nicht. Für einen Krimi scheint ihm der Text um die Spurensuche eines aus Belgisch-Kongo stammenden Mannes in eigener Sache zu leise. Dafür vermag es der Autor, eindringlich davon zu erzählen, was es bedeutet, heimatlos zu sein und von Waisenhaus zu Waisenhaus weitergereicht zu werden, meint Rühle. Der aufscheinende politische Hintergrund der Geschichte lässt den Rezensenten zwar nur ahnen, welches dunkle Geheimnis die Figurenkonstellation im Text verbirgt. Was der Autor über Milieus, kulturelle Codes, Verdrängung und Schuld erzählt und wie er seinen Protagonisten zeichnet, findet Rühle jedoch schlicht beeindruckend.
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