Elke Schmitter

Kein Spaniel

Gedichte
Cover: Kein Spaniel
Berlin Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783827006035
Gebunden, 57 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Lakonik und Ironie prägen den Stil der Romanschriftstellerin Elke Schmitter. Gleiches lässt sich von ihren Gedichten sagen, zumindest von einigen. Andere wiederum sind geradezu entwaffnend "altmodig" (um mit Gottfried Keller zu sprechen), man könnte auch meinen: naiv - und doch durchzieht sie ein leiser melancholischer Witz, der sonst verborgenes Wissen verrät. Der Mut zum Pathos geht einher mit der Freude an der Analyse, Überschwang und Zurücknahme sind einander fruchtbar entgegengesetzt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.03.2006

Elke Schmitter hat keine Angst vor dem "Risiko", das die "Confessional Poetry" nach dem Vorbild einer Sylvia Plath birgt, meint Hans-Herbert Räkel bei der Lektüre des Gedichtbandes "Kein Spaniel". So scheine es sie nicht zu stören, dass ihr "lyrisches Ich" als "Frauenstimme", womöglich als die Autorinnenstimme selbst gelesen wird, wenn sie in diesem Band die unglückliche Liebe beschwört. Als "Vor-Bild" habe sie sich dazu die von Demetrius abgewiesene Helena aus Shakespeares "Sommernachtstraum" gewählt, die sich dem Helden als Spaniel zu Füßen werfen will, erklärt Räkel. Insbesondere das Titelgedicht findet er "prächtig gelungen", weil Schmitter darin die Shakespearesche Vorlage "rigoros" übertreibt und gerade durch die Verzerrung das eigentlich Tragische spürbar macht. Doch "ästhetisch" besonders überzeugend findet der Rezensent die Gedichte, die nicht auf "dichterischen Stelzen" daherkommen, sondern "schön und scheinbar einfach" wirken wie ein Stilleben.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.10.2005

Elke Schmitter, bisher bekannt als "sehr erfolgreiche" Autorin zweier Romane, könnte uns fortan auch als "wundervolle Dichterin" in Erinnerung bleiben, meint Rezensentin Susanne Mayer. Sie wählt "magere Sätze", um die Liebe zu beschreiben, wandert dabei aber "mühelos" zwischen "kargem Gestus und naturhafter Bildlichkeit." Überzeugend wirken ihre Gedichte auf die Rezensentin in zweierlei Hinsicht: Mal ist es die Sprache selbst, die "das Bild hergibt", mal lässt die Autorin einen ganzen "Kosmos" an Elementen zum Leser sprechen. Elke Schmitters Beitrag liegt in der "selbstironischen Volte des Ich". Und die Rezensentin ist sich sicher: Die Autorin wird damit ihren sicheren Platz in der langen "Tradition der weiblichen Liebesklagen" finden.
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