Aus dem Englischen von Irma Wehrli. Nachwort von Andreas Ritter. Diese Auswahl der schönsten Erzählungen der anglo-irischen Autorin Elizabeth Bowen bietet einen abwechslungsreichen Überblick über die Themen, welche die Autorin von 1920 bis 1960 aufgegriffen hat. Während Bowens Lebenszeit hat sich die Welt dramatisch verändert. Die Frage, wie diesem Phänomen als Autorin Rechnung zu tragen sei, hat sie zutiefst beschäftigt. Ihre frühen Texte sind impressionistisch hingetupft und werden von der Seelenverfassung der einzelnen Figuren zusammengehalten. Spätere Erzählungen sind strukturierter, führen von einem Ausgangpunkt zu einer Krisis und einem Ende. Mit kühler Sachlichkeit schildert sie die Schicksale ihrer zum Teil leidenschaftlich romantischen Helden und Heldinnen. Bowen vermittelt Gefühle in Andeutungen, sie läßt ihre Leser zwischen den Zeilen erraten, was uns ihre Figuren sagen wollen, was sie denken und empfinden. Die Kurzgeschichte betrachtete sie als die ihrer Kunst angemessene Form, Seelenregungen darzustellen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.02.2001
Die zwischen 1920 und 1950 entstandenen Geschichten der irisch-englischen Schrftstellerin Elisabeth Bowen findet die Rezensentin Manuela Reichart so beeindruckend, dass sie den "schönen kleinen Band" nur ungern aus der Hand gelegt hat. Jede der Erzählungen verlaufe anders, als der Leser es erwarten würde, berichtet Reichart. Und weil das so sei, beginne die Suche nach Erklärungen für das Handeln der jeweiligen Protagonisten. Die Rezensentin ist nicht fündig geworden. Auf "geniale Weise", so Reichart, verweigere die Autorin einschlägige Lösungen. Sie hält Bowen für eine großartige Autorin, so großartig wie Henry James und Virginia Woolf.
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