Klappentext

Aus dem Amerikanische von Beatrice Faßbender. Mit einem Nachwort von Octavio Paz. Auf so klare wie elegante Weise führt Eliot Weinberger in diesem originellen Buch die Schwierigkeiten (und die Notwendigkeit) von Übersetzung vor. Er präsentiert ein einziges kurzes Gedicht aus der Tang-Dynastie in unterschiedlichen Übersetzungen - von einer wörtlichen Aufschlüsselung der chinesischen Schriftzeichen bis zu freien zeitgenössischen Interpretationen amerikanischer Dichter und ausgewählten internationalen Übertragungen. "Eliot Weinbergers äußerst prägnante Kommentare", schreibt der Nobelpreisträger Octavio Paz in seinem Nachwort, "zu den Übersetzungen dieses kleinen Gedichts von Wang Wei illustriert nicht nur die Entwicklung der Übersetzungskunst in Die deutsche Ausgabe wurde ergänzt um Neuübertragungen von Hans Jürgen Balmes, Daniel Bayerstorfer, Ulrike Draesner, Michael Krüger, Norbert Lange, Dong Li, Ilma Rakusa, Monika Rinck, Hans Thill, Sarah Wipauer und Uljana Wolf.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.11.2019

Das Wichtigste für einen guten Übersetzung ist die Demut vor dem Original - das denkt zumindest der Übersetzer und Autor Eliot Weinberger. In seinem 1987 erstmals erschienenen Bändchen "Neunzehn Arten Wang Wei zu betrachten" untersucht er das Verhältnis zwischen Übersetzung und Original am Beispiel eines kurzen Gedichts des chinesischen Lyrikers Wang Wei, lesen wir. Dieses viele Male von Weinberger ergänzte Buch ist nun auch auf Deutsch erhältlich und zwar in einer sehr hübschen und wunderbar übersetzten Ausgabe, freut sich Rezensent Nico Bleutge. Darin wirft der Autor viele interessante Fragen auf und scheut sich auch nicht vor scharfen Kommentaren, wenn ihm eine Übersetzung nicht gefällt. Außerdem macht er erkenntlich, wie sich jeweils der gesellschaftliche Hintergrund sowie die persönlichen Vorlieben des Übersetzers in der Übertragung ausdrücken. Unbedingt möchte Bleutge dieses schlaue, witzige und lehrreiche Buch allen Übersetzern und Lyrikliebhabern empfehlen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.2019

Mark Siemons hat viel Spaß mit Eliot Weinbergers Versuch über die Übersetzbarkeit zwischen Kulturen. Dass der Band nicht systematisch vorgeht, sondern dem chinesischen Gedicht-Original, die lateinische Umschrift, die Interlinearübersetzung und dann verschiedene Übertragungen ins Englische, Französische und Spanische folgen lässt, findet Siemons in Ordnung. Auch als Unkundiger  erkennt er Zwischenphasen der Übersetzung und kann die chinesischen Schriftzeichen auf sich wirken lassen. Dass der Autor mit Verve Verfälschungen und Fehldeutungen anprangert sowie Nähe erkennt, etwa in den Texten von Pound und William Carlos Williams, gefällt Siemons. Die neuen Nachdichtungen von Ulrike Draesner oder Ilma Rakusa inspirieren ihn sogar zu eigenen Übersetzungsversuchen.
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