Wolfgang Kubin

Geschichte der chinesischen Literatur in 9 Bänden

Band 1: Die chinesische Dichtkunst. Von den Anfängen bis zum Ende der Kaiserzeit
Cover: Geschichte der chinesischen Literatur in 9 Bänden
K. G. Saur Verlag, München 2002
ISBN 9783598245411
Gebunden, 441 Seiten, 128,00 EUR

Klappentext

China blickt auf etwa 9.000 Jahre Zivilisation zurück, davon sind fast 4.000 Jahre durch Schriftzeugnisse belegt. Die Geschichte der chinesischen Literatur, die bislang umfassendste Darstellung der etwa 3.000-jährigen chinesischen Literaturgeschichte, stellt jedes literarische Genre in seiner historischen Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart vor. Band 1 ist der chinesischen Dichtkunst gewidmet. Diese gehört mit ihrer weit ins erste vorchristliche Jahrtausend zurückreichenden Geschichte zu den höchsten Leistungen des menschlichen Geistes und hat in allen Kulturen ihren Einfluss hinterlassen. Hervorzuheben sind insbesondere das "Buch der Lieder", die "Lieder des Südens", die klassische Lyrik der Tang-Zeit mit ihrem bekanntesten Vertreter Li Bai (701-762) sowie das klassische Lied der Song-Zeit (10. bis 13. Jhd.). Wolfgang Kubin entwirft mit seiner literaturhistorischen Darstellung zugleich eine Ideen- und Kulturgeschichte Chinas.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.04.2003

Die Rezensentin Irmy Schweiger ist offensichtlich beeindruckt von der Leichtigkeit und dem Scharfblick, mit denen Wolfgang Kubin in dem ersten Band seiner zehnbändigen chinesischen Literaturgeschichte zweitausend Jahre chinesischer Dichtkunst durchschreitet, "auf mitunter unkonventionellen Wegen". Denn Kubin stelle den Quellentext in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen, fern von jeder enzyklopädischen Perspektive. Ausgehend vom internationalen Forschungsstand, spinne er seine Überlegungen weiter, ohne einengendes "Theoriekorsett" und ständig bemüht, den Blick nicht starr werden zu lassen. So eröffne er den Diskurs aufs Neue, "unaufdringlich" und mit einer "intellektuellen und sprachlichen Geschmeidigkeit", die die Rezensentin verblüfft. Durch Kubins Blick offenbare sich dem Leser die chinesische Dichtung als "Seelenlandschaft der chinesischen Intelligenz", als "kollektives Gedächtnis einer Kultur", die sich um drei "wesentliche" Aspekte spanne: die enge Verknüpfung zwischen Dichtung, Religion und Herrscher, die Melancholie der Gottesabwesenheit und die "Subjektivität im modernen Sinne", die im Konflikt mit dem Kollektiv stehe. Als Motto zu Kubins kaleidoskopisch abgewogener Studie schlägt die begeisterte Rezensentin schließlich ein Zitat des Dichters Su Dongpo vor: "Von der Seite ist der Lu Shan eine Kette, vom Rand ein Gipfel, / von weit, von nah, von oben, von unten - stets ist er ein anderer. / Sein wahres Gesicht kenne ich nicht, / Denn ich weile mitten unter ihm."

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