Eckard Michels

Schahbesuch 1967

Fanal für die Studentenbewegung
Cover: Schahbesuch 1967
Ch. Links Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783861539438
Kartoniert, 360 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Der neuntägige Staatsbesuch des persischen Schahs Mohammed Reza Pahlavi und seiner Frau Farah im Mai/Juni 1967 wurde von bundesweiten Protesten begleitet, in deren Verlauf am 2. Juni der Polizist Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg in West-Berlin erschoss. Über die historische Bedeutung des 2. Juni 1967 als Ausgangspunkt von "68" und als Wendepunkt in der Geschichte der Bundesrepublik ist bereits viel geschrieben worden. Doch der ursprüngliche Anlass der Proteste, der Schahbesuch, findet in den meisten Darstellungen kaum Berücksichtigung. Eckard Michels rekonstruiert minutiös und auf breiter Quellenbasis Vorgeschichte, Planungen, Verlauf und Nachspiel dieses Staatsbesuches und der gegen ihn gerichteten Proteste. Der Autor liefert so die erste umfassende Geschichte des 2. Juni 1967 als innen- wie außenpolitisches Ereignis.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.03.2017

Werner Bührer blickt bereits mit einem gewissen Grausen auf die anstehende Flut von Veteranenliteratur, die der fünfzigste Jahrestag der Studentenrevolte von 1967 mit sich zu bringen droht. Eckhard Michels Buch möchte er davon jedoch ausdrücklich ausnehmen, denn hier setzt sich ein Historiker wissenschaftlich mit 1967 auseinander, und dies auch noch minutiös. Bührer zufolge schildert der Autor ausführlich die Lage im Iran, die Proteste gegen das Schah-Regime und die Situation der iranischen Studenten in Deutschland. Eine gänzlich neue Sicht auf die Dinge scheint Michels dem Rezensenten nicht unbedingt eröffnet zu haben, doch vermittele der Autor durchaus mitreißend die "Dramatik der Ereignisse", versichert Bührer, der das Buch auch für Materialreichtum und differenzierte Erklärungen lobt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2017

Rezensent Rainer Blasius ist dankbar für Eckhard Michels' Darstellung der Ereignisse um den Schahbesuch vom Mai/Juni 1967. Denn der Historiker kann ihm dank sorgfältiger Recherche und unter Berücksichtigung der breiten Quellenlage die Vorgeschichte, den Verlauf und die Folgen des Staatsbesuchs noch einmal aus unterschiedlichen Perspektiven darlegen. So liest Blasius hier etwa nach, wie der Dachverband iranischer Studentengruppen CISNU durch den Staatsbesuch Verbündete im Westen fand oder wie aufwändig und streng die Sicherheitsvorkehrungen durch die Bundesrepublik erstmals betrieben wurden. Darüber hinaus kann Michels nicht nur klarstellen, dass es sich bei dem Schuss des Polizisten Karl-Heinz Kurras auf Benno Ohnesorg nicht um einen Auftragsmord der Stasi handelte, sondern er weist auch Mutmaßungen darüber zurück, dass die großen Sicherheitsvorkehrungen der BRD als "Notstandsübung" für die geplanten Notstandsregelungen dienten, so der Kritiker, der dieses Buch mit Gewinn gelesen hat.