Aus dem Russischen von Christiane Körner. Dmitri Prigow hat seinen Freunden vom Moskauer Hinterhof etwas Entscheidendes voraus: Er hat Japan gesehen - und damit die Welt! Jetzt erzählt er ihnen von hysterischen Raben, die Menschenköpfe attackieren - nicht zu vergleichen mit den russischen Krähen! -, vom Koch eines russischen Lokals in Sapporo, dessen Vater als japanischer Offizier durch die Internierung in Sibirien dem Harakiri entging, von Sumo-Ringern, die vom Podest stürzen und Zuschauer zerquetschen, von der Geruchlosigkeit in diesem Land und dem schier unfassbaren Aufkommen an Toiletten. In kurzweiligem Ton und wie beiläufig verschränkt Prigow Begebenheiten im exotischen Reiseland Japan mit skurrilen Assoziationen, Reflexionen, Träumen, Erinnerungen und zahllosen Russland-Episoden.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 31.05.2007
Dieses Japan-Reisebuch muss man laut Rezensent Christoph Keller "unbedingt" lesen, nicht zuletzt, weil es die tatsächliche Reise überflüssig mache, sei man mit Dmitri Prigow doch schon im Geiste unterwegs. Was es mit dem Wahrheitsgehalt der Reflexionen des russischen Autors und Konzeptkünstlers über japanische Raben, Tote mit Schuhen, Sumoringer oder japanische Bestattungsriten auf sich hat, vermag der Rezensent nicht zu entscheiden. Aber er ist trotzdem einfach hingerissen von diesem skurrilen, "wunderbaren" Band, dessen Übersetzung durch Christiane Körner er ebenfalls bejubelt, und er freut sich schon auf den angekündigten Folgeteil.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2007
Dmitri Prigow tut in seinem Japan-Reise-Buch nicht so, als wüsste er alles, was Stefan Fischer sehr sympathisch findet. Ständig spiele der russische Autor mit seiner Rolle als allmächtiger Interpret der japanischen Wirklichkeit und setze der auf dieser Reise erlebten Wirklichkeit das Japan seiner Fantasie entgegen, ohne sich um den Wahrheitsgehalt zu kümmern, schließt der Rezensent durchaus amüsiert. Seine Distanz zu den Reiseeindrücken zeige sich beispielsweise, wenn er detailliert eine Teezeremonie beschreibt, um am Ende schalkhaft zu fragen, ob sich der ganze Aufwand für eine einzige Tasse Tee eigentlich lohnt. Fast gerührt hat Fischer Prigows Begegnung mit Sumo-Ringern, die er liebevoll und "subtil" in ihrer ganzen massigen Anmut darstellt.
Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Szczepan Twardoch: Sehnsucht Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. Erwin Piontek, Bergmann im Ruhestand, geht seinen Lebenstraum - eine Weltumseglung - bescheiden an: im Boot auf einem Stausee. Doch während… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…