Dmitrij Prigow

Moskau - Japan und zurück

Cover: Moskau - Japan und zurück
Folio Verlag, Wien - Bozen 2007
ISBN 9783852563602
Gebunden, 272 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Christiane Körner. Dmitri Prigow hat seinen Freunden vom Moskauer Hinterhof etwas Entscheidendes voraus: Er hat Japan gesehen - und damit die Welt! Jetzt erzählt er ihnen von hysterischen Raben, die Menschenköpfe attackieren - nicht zu vergleichen mit den russischen Krähen! -, vom Koch eines russischen Lokals in Sapporo, dessen Vater als japanischer Offizier durch die Internierung in Sibirien dem Harakiri entging, von Sumo-Ringern, die vom Podest stürzen und Zuschauer zerquetschen, von der Geruchlosigkeit in diesem Land und dem schier unfassbaren Aufkommen an Toiletten. In kurzweiligem Ton und wie beiläufig verschränkt Prigow Begebenheiten im exotischen Reiseland Japan mit skurrilen Assoziationen, Reflexionen, Träumen, Erinnerungen und zahllosen Russland-Episoden.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.05.2007

Dieses Japan-Reisebuch muss man laut Rezensent Christoph Keller "unbedingt" lesen, nicht zuletzt,  weil es die tatsächliche Reise überflüssig mache, sei man mit Dmitri Prigow doch schon im Geiste unterwegs. Was es mit dem Wahrheitsgehalt der Reflexionen des russischen Autors und Konzeptkünstlers über japanische Raben, Tote mit Schuhen, Sumoringer oder japanische Bestattungsriten auf sich hat, vermag der Rezensent nicht zu entscheiden. Aber er ist trotzdem einfach hingerissen von diesem skurrilen, "wunderbaren" Band, dessen Übersetzung durch Christiane Körner er ebenfalls bejubelt, und er freut sich schon auf den angekündigten Folgeteil.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.03.2007

Dmitri Prigow tut in seinem Japan-Reise-Buch nicht so, als wüsste er alles, was Stefan Fischer sehr sympathisch findet. Ständig spiele der russische Autor mit seiner Rolle als allmächtiger Interpret der japanischen Wirklichkeit und setze der auf dieser Reise erlebten Wirklichkeit das Japan seiner Fantasie entgegen, ohne sich um den Wahrheitsgehalt zu kümmern, schließt der Rezensent durchaus amüsiert. Seine Distanz zu den Reiseeindrücken zeige sich beispielsweise, wenn er detailliert eine Teezeremonie beschreibt, um am Ende schalkhaft zu fragen, ob sich der ganze Aufwand für eine einzige Tasse Tee eigentlich lohnt. Fast gerührt hat Fischer Prigows Begegnung mit Sumo-Ringern, die er liebevoll und "subtil" in ihrer ganzen massigen Anmut darstellt.

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