Das Jahr 1980. Eine Gruppe von jungen Leuten besetzt eine Villa und erfindet die Gesellschaft neu. Ihre Aktionen werden immer gewagter und gipfeln in der Forderung nach freier Sicht aufs Mittelmeer. Inmitten dieses Aufbruchs verliebt sich Astèr in Claude. Das Jahr 2002. Astèr sitzt in ihrer New Yorker Wohnung und sucht in ihrem leeren Gedächtnis nach Antworten. Warum ist sie nach Djerba gereist, um auf Claude zu warten? Was ist passiert nach der Explosion in der Synagoge von Houmt Souk, die eine Lücke in ihr Hirn gerissen hat? Was ist dem Fahrer zugestoßen, der ihr stundenlang von seiner Insel erzählte? Wohin sind Claude und sein Segelboot von dem Sturm getrieben worden, der in diesen Tagen über das Meer wütete? Und was wollte Claude eigentlich damals, vor zweiundzwanzig Jahren, in der Villa?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.11.2013
Als Kontrastprogramm zur Presse über die politischen, sozialen und kulturellen Spannungen rund ums Mittelmeer gefällt Christoph Kellers Roman der Rezensentin Sibylle Birrer ausgezeichnet. Auch wenn der Autor sie mit seiner Ansammlung von vier sich übers Mittelmeer spannenden persönlichen Schicksalen und einer ambitionierten, den Leser dauernd mit Fragmentarischem konfrontierenden Dramaturgie mitunter etwas überfordert - leidenschaftlich erscheint ihr der Ansatz schon. Und plastisch und frei von engagiertem Kitsch. Und das ist doch eine ganze Menge, findet Birrer.
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