Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg

Die Ostfront 1943/44. Der Krieg im Osten und an den Nebenfronten
Cover: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2007
ISBN 9783421062352
Gebunden, 1350 Seiten, 49,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Karl H. Frieser, Klaus Schmider, Klaus Schönherr, Gerhard Schreiber, Krisztian Ungvary und Bernd Wegner. Was sich zwischen der Schlacht von Stalingrad und dem "Endkampf" 1945 an der Ostfront abgespielt hat, gehört zu den großen bisher wenig beachteten, Dramen der Militärgeschichte. Lediglich die größte Landschlacht der Geschichte im Kursker Bogen fand breiteres Interesse. Die Rote Armee errang mühsam Pyrrhussiege, denn die Wehrmacht war immer noch in der Lage, dem Gegner enorme Verluste zuzufügen. Hitlers operative Interventionen waren noch dilettantischer und seine strategischen Visionen noch abenteuerlicher als bislang angenommen. Da auch sein Gegenspieler Stalin trotz des nahen Sieges rücksichtslos seine Soldaten opferte, entwickelte sich der deutsch-sowjetische Krieg zum blutigsten der Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2007

Etwas enttäuscht zeigt sich Johannes Hürter vom neunten Band aus dem Weltkriegswerk des Militärgeschichtlichen Forschungsamts der Bundeswehr über das Kriegsjahr 1943/44. Die vorangegangenen Bände haben für ihn Maßstäbe gesetzt, weil sie das Kriegsgeschehen nicht mehr als Abfolge von Schlachten betrachteten, sondern als komplexes Zusammenspiel aller historischen Faktoren. Demgegenüber bedeutet der vorliegende Band für Hürter einen Rückschritt. Er hält ihm vor, die ideologischen, wirtschaftlichen, sozialen, besatzungspolitischen und mentalitätsgeschichtlichen Aspekte weitgehend auszublenden. Auch das Wechselspiel von Kampf und brutaler Besatzung bleibt seines Erachtens unterbelichtet, ebenso der Terror gegen die Zivilbevölkerung. Außerdem kritisiert Hürter die Gewichtungen des Bands, der Kriegsschauplatz Italien etwa kommt für ihn viel zu kurz. Zweifelhaft scheint ihm schließlich, dass sich die Argumentationen des Bands immer wieder auf Memoiren und Nachkriegsstudien der deutschen Militärs stützen. Uneingeschränktes Lob hat er nur für Bernd Wegeners Kapitel über die Strategie der deutschen Führung übrig, das er als "intellektuellen Lichtblick" bezeichnet.
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