Herausgegeben von Rüdiger Overmanns, Andreas Hilger und Pavel Poljan. Der Heimatstaat der Rotarmisten gab die Gefangenen bereits im Juni 1941 auf und verzichtete auf jeden Versuch, deren Schicksal hinter deutschem Stacheldraht positiv zu beeinflussen. Stalin wollte durch unbarmherzige Härte die zunächst schwankende Front stabilisieren und eigene Fehler vertuschen. Gefangene, die die deutschen Lager nur mit knapper Not überlebt hatten, wurden als potentielle Deserteure, Verräter, Kollaborateure oder Spione diffamiert und rigiden Überprüfungen unterworfen. Der vorliegende Band vermittelt erstmals einen präzisen Einblick in deutsche wie sowjetische Entscheidungsprozesse und Motive, ohne die Opfer aus dem Blick zu verlieren. Auf diese Weise bietet das Werk eine profunde und plastische Aufarbeitung der viel zu lange vernachlässigten Tragödie sowjetischer Kriegsgefangener."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2012
Eine eindringliche Dokumentation des Schicksals der sowjetischen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieg erblickt Jörg Baberowski in diesem von Rüdiger Overmans, Andreas Hilger und Pavel Poljan herausgegebenen Band "Rotarmisten in deutscher Hand". Auch wenn das Werk nach Ansicht des Rezensenten keine neuen oder überraschenden Erkenntnisse und nur das Bekannte belegt, ist er immer wieder fassungslos von der Grausamkeit und Unmenschlichkeit, die aus den Dokumenten spricht. Im Mittelpunkt sieht er dabei nicht den Alltag in den Lagern, sondern die Frage, wie sich die Nazis den Umgang mit den sowjetische Kriegsgefangenen vorstellten. Dazu gibt der Band mit seiner Fülle von Dokumenten seines Erachtens umfassende Antwort.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…