Dirk Kurbjuweit

Nicht die ganze Wahrheit

Roman
Cover: Nicht die ganze Wahrheit
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2008
ISBN 9783312004102
Gebunden, 219 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Der Privatdetektiv Arthur Koenen erhält einen schier unmöglichen Auftrag: Er soll herausfinden, ob der Vorsitzende einer großen Partei eine Affäre hat. Koenen hat Erfolg - und erfährt die Geschichte einer jungen Frau, eine Abgeordnete, die leidenschaftlich für ihre Überzeugungen und um eine hoffnungslose Liebe kämpft. "Nicht ganz die Wahrheit" ist ein Berlin-Roman über eine große Liebe im Schatten der Politik.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.03.2008

Begeistert zeigt sich Rainer Moritz vom jüngsten Buch Dirk Kurbjuweits und er drückt seine Bewunderung für den Autor aus, der, wie der Rezensent mitteilt, neben als Leiter des Hauptstadtbüros des "Spiegels" auch noch allseits gepriesene Reportagen und in schöner Regelmäßigkeit Romane verfasse. Kurbjuweits Buch spielt in der Berliner Politszene, es dreht sich um den Parteivorsitzenden Leonard Schilf, dessen Frau - zu Recht - eine Affäre vermutet und einen Detektiv auf ihn ansetzt, fasst der Rezensent zusammen. Gerade aus den wechselnden Perspektiven des privaten Ermittlers und des Politikers ergeben sich reizvolle Erzählsituationen, lobt der Rezensent, der von der genauen Beobachtungsgabe und den präzisen Schilderungen aus der Welt der Politik beeindruckt ist. Dass der Autor dabei nahe liegende Klischees genauso geschickt umschifft wie plumpe Zuschreibungen, sichert ihm die Sympathie des Rezensenten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2008

Die Frage, der sich Dirk Kurbjuweits Buch in allen Rezensionen stellen muss, ist die nach dem politischen Roman. Es ist keiner, sagt Meike Fessmann. Politisch sei hier nur das Szenario, ansonsten liege eine "sensible Studie" über die Mechanismen einer geheimen Affäre vor. Kurbjuweit wollte mehr, glaubt Fessmann. Es hat nicht sollen sein. "Treffend und komisch" beschreibe er zwar manche Politikernebenfiguren, darüber hinaus geht es aber nicht. Die in den Medien schon totverhandelten Elemente des Politikbetriebs entziehen sich einer Literarisierung, scheint es der Rezensentin. Jedenfalls in diesem Buch. Und so bleibt neben der Sensibilität offenbar nicht viel zu rühmen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.03.2008

"Sehr schön" und dicht findet Rezensent Jochen Jung diesen Roman, der seinen Informationen zufolge im politischen Milieu der deutschen Hauptstadt angesiedelt ist. Aber "schön" bedeutet für den Rezensenten noch immer nicht "wirklich gut", wie man dem Ton seiner Kritik recht deutlich entnehmen kann. Es gehe um einen Bundeskanzler und seine Liebesaffäre, lesen wir. Und zu den Qualitäten dieses aus der "fast altmodisch anmutenden Perspektive" eines Privatdetektivs geschriebenen Buchs zählt für den Rezensenten, dass es Dirk Kurbjuweit nicht um das Große und Ganze geht, sondern um die Verquickung von Politik und Leidenschaft. Aber es hätte wohl ruhig ein bisschen mehr sein dürfen. Ein politischer Roman zum Beispiel.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.02.2008

Ganz hingerissen ist die Rezensentin Felicitia von Lovenberg von diesem Liebesroman aus dem Inneren der Berliner Republik. Ein Detektiv - der Ich-Erzähler - wird von der Ehefrau eines Politikers beauftragt, nach einer Affäre des Mannes Ausschau zu halten. Diese Affäre, das zeigt sich schnell, gibt es wirklich, der Detektiv wird als Mitleser des E-Mail-Verkehrs ihr zusehends faszinierter Zeuge. Ineinander verliebt haben sich nämlich ein hochrangiger Parteiführer und ein idealistisches Mitglied derselben Partei. "Abgebrühtheit" steht also gegen Enthusiasmus, im Politischen, aber wohl auch im Privaten. Wie der Spiegel-Journalist Dirk Kurbjuweit sich in die beiden - und die Politikerin ganz besonders - hineinzudenken und per E-Mail auch hineinzuschreiben verstehe, das sei schon eine wirklich erstaunliche Leistung. Und auch für die Politik bestehe, wenn die Protagonisten des Romans und ihr "Geist" und ihre "Leidenschaft" auch nur halbwegs realistisch geschildert sind, durchaus noch Hoffnung.
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