Silvio Huonder

Wieder ein Jahr, abends am See

Erzählungen
Cover: Wieder ein Jahr, abends am See
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2008
ISBN 9783312004065
Gebunden, 170 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

In seinen Erzählungen zeigt sich Silvio Huonder aus der Schweiz als virtuoser Autor, mit einem bestechenden Talent, Spannung zu erzeugen. Nun sind seine besten in dem Erzählband "Wieder ein Jahr, abends am See" versammelt. Sie handeln vom Einbruch des Unheimlichen ins alltägliche Leben und von den gefährlichen Wendungen, die harmlose Ereignisse plötzlich nehmen können.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2008

Passabel scheinen Rezensentin Sabine Doering diese Erzählungen von Silvio Huonder. Sie beschreibt sie als aus dem Alltagsleben gegriffene Momentaufnahmen. Das Grundthema der Geschichten sieht sie in der "Brüchigkeit vertrauter sozialer Verhältnisse". Die meisten Erzählungen sind in ihren Augen nach demselben Muster aufgebaut: dem Umschlag einer vertrauten in eine beängstigende, krisenhafte Situation, wobei immer wieder eine unerhörte Begebenheit eine wichtige Rolle spielt. In diesem Zusammenhang kann Doering dem Autor nicht den Vorwurf ersparen, das erzählerische Konzept des Unerhörten über Gebühr zu strapazieren. So scheinen ihr die Geschichten oft vorhersehbar und daher auch ein wenig ermüdend.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2008

Sibylle Birrer hat den Band mit 14 Erzählungen von Silvio Huonder gern gelesen, empfiehlt aber, die Geschichten lieber nicht hintereinander weg zu lesen. In den Erzählungen geht es um Schrecken oder Beunruhigungen, die unvermittelt in das alltägliche Leben einbrechen, und der Autor konzentriert sich dabei, gewissermaßen mit der "literarischen Handkamera" operierend, ganz auf die Helden seiner Geschichten, erklärt die Rezensentin. Sie bewundert, wie leichthändig Huonder die überraschenden Begebenheiten inszeniert und zollt seinem Gespür für Dramaturgie und seiner Vielseitigkeit Respekt. Allerdings muss sie auch einräumen, dass der in der Schweiz geborene und seit den 80er Jahren in Deutschland lebende Autor, der einer der ersten Absolventen des Studiengangs "Szenisches Schreiben" in Berlin war, mitunter einfach zu versiert sein handwerkliches Können einsetzt. In der Summe der Erzählungen nutze sich so der beunruhigende Effekt der Geschichten ein wenig ab, weshalb Birrer auch zu maßvoll dosierter Lektüre rät.