Welche Ähnlichkeiten gab es zwischen den Regimen Hitlers und Stalins? Um diese Frage kreiste nicht nur der Streit vieler Wissenschaftler Ende der achtziger Jahre, immer wieder waren und sind sie auch Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Der Band greift in Beiträgen russischer und deutscher Autoren diese Diskussion wieder auf. Dabei fällt der Blick auf die Mehrheit jener, die das System mittrugen, legitimierten, sich einpassten oder für ihre eigenen Interessen zu nutzen suchten. Aus der Perspektive intellektueller Berufsgruppen wird das sehr unterschiedliche Profil der beiden totalitären Diktaturen dargestellt. Welche Mechanismen prägten das Leben und Arbeiten von Schriftstellern, Wissenschaftlern, Technikern und Ideologen? Der Band ist ein Beitrag zur vergleichenden Diktaturforschung. Er hat nicht - wie üblich - den Vergleich zwischen Deutschland und dem Westen im Blick, sondern den zwischen Deutschland und Russland, den beiden Ländern Europas, die auf eine besonders problematische Geschichte im 20. Jahrhundert zurückblicken
Corona Hepp würdigt die von Dieter Beyrau herausgegebene vergleichende Studie über sowjetische und deutsche Wissenschafts- und Kulturbetriebe unter Stalin und Hitler ausführlich. Zwar sei die Gewichtung der Beiträge unterschiedlich ausgefallen - vierzehn Beiträge über die Sowjetunion, zwei über Deutschland und zwei über einen direkten Vergleich zwischen beiden Staaten - aber die Rezensentin findet gerade das begrüßenswert. Denn die deutsche Geschichte sei gründlich erforscht, während die Forschung über die Stalin-Ära noch große Lücken aufweise. Die frische Aufarbeitung dieser Lücken fällt Hepp auch an den meisten Beiträgen der russischen Autoren auf. Einige zeichneten sich durch eine gewisse Detailwütigkeit aus. Andere allerdings auch durch großen Scharfblick für Gegenwart und Zukunft. Insgesamt ist die Rezensentin aber positiv überrascht. Sie hält den Sammelband für ein wichtiges Werk zur weiteren Erforschung totalitärer Strukturen im Vergleich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2001
Corona Hepp würdigt die von Dieter Beyrau herausgegebene vergleichende Studie über sowjetische und deutsche Wissenschafts- und Kulturbetriebe unter Stalin und Hitler ausführlich. Zwar sei die Gewichtung der Beiträge unterschiedlich ausgefallen - vierzehn Beiträge über die Sowjetunion, zwei über Deutschland und zwei über einen direkten Vergleich zwischen beiden Staaten - aber die Rezensentin findet gerade das begrüßenswert. Denn die deutsche Geschichte sei gründlich erforscht, während die Forschung über die Stalin-Ära noch große Lücken aufweise. Die frische Aufarbeitung dieser Lücken fällt Hepp auch an den meisten Beiträgen der russischen Autoren auf. Einige zeichneten sich durch eine gewisse Detailwütigkeit aus. Andere allerdings auch durch großen Scharfblick für Gegenwart und Zukunft. Insgesamt ist die Rezensentin aber positiv überrascht. Sie hält den Sammelband für ein wichtiges Werk zur weiteren Erforschung totalitärer Strukturen im Vergleich.
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