Uwe Werner

Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus

1933-1945
Oldenbourg Verlag, München 1999
ISBN 9783486563627
broschiert, 485 Seiten, 50,11 EUR

Klappentext

Mit diesem Buch ist es dem Autor gelungen, erstmals eine umfassende Studie über die Behandlung der Anthroposophischen Gesellschaft und ihrer Einrichtungen durch die Nationalsozialisten vorzulegen. Seine Darstellung zeigt die Konflikte, die aufkommen mußten, als die totalitäre Ideologie und Organisation des Nationalsozialismus und die Anthroposophie aufeinanderprallten. Vom Verbot der Schriften Rudolf Steiners bis zur Schließung der Waldorfschulen und der Massenverhaftung von Pfarrern der anthroposophischen "Christengemeinschaft" reicht das Spektrum, das Werner dem Leser eröffnet. Durch die Erschließung neuer Quellen in Archiven der ehemaligen DDR konnte er zudem eine wichtige Forschungslücke schließen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2000

Corona Hepp nutzt ihre Kritik vor allem, um die Geschichte der Anthroposophen in der NS-Zeit zu erzählen. Leider wird nicht klar, ob sie dabei aus dem Buch referiert. Nach Hepp war diese Geschichte äußerst wechselvoll: Zwar galten die Anthroposophen den Nazis nicht als richtige Feinde, aber gern gesehen waren sie auch nicht. Nach der Verhaftung von Rudolf Heß, der sich stark für die Anthroposophen eingesetzt hatte, wurden in einer "großangelegten Gestapoaktion" gleich 1400 Anthroposophen verhört. Zu dem Band selbst bemerkt Hepp diplomatisch, er breite sein Thema "in sehr gepflegter Sprache" aus und beschreibe vor allem die "institutionellen Ebenen". Die Rezensentin beklagt das Fehlen eines Schlagwortverzeichnisses, das die wichtigsten anthroposophischen Begriffe erläutert. Immerhin bescheinigt sie dem Autor jedoch, das Thema "erschlossen" zu haben.
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