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Suhrkamp Verlag, Berlin 2016
ISBN
9783518466544 Taschenbuch, 461 Seiten, 16,99
EUR
Klappentext
Ein deutscher Filmregisseur flieht vor einer anstrengenden Liebe. Seine Schwester wird vom Staat verdächtigt, als radikale Islamistin einen Anschlag zu planen. Sein bester Freund aus Kindertagen kämpft als Pfarrer mit dem Teufel. Und eine Frau, die alle drei kennt, aber mehr ist als ein Mensch, öffnet die Tür zum Schlimmsten, was Menschen sich vorstellen können. Dietmar Daths letzter großer Roman, "Feldeváye", handelt von der weltenverändernden Kraft der Kunst. Sein neuer Roman, "Leider bin ich tot", handelt von der weltenverändernden Kraft der Religion - von Menschen, die ganz sicher sind, dass es "mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als der Hedonismus sich träumen lässt, dass höhere Wesen existieren, dass du als Mensch die Bindung brauchst an das, was weiter sieht und mehr vollbringt als du".
Für Tim Caspar Boehme ist Dietmar Daths neues Werk zugleich Thesenroman und fantastische Literatur. Der Rezensent kennt bereits die Vorliebe des Autors zum Nicht-Realen; als bekennendem Marxisten gehe es Dath in seinen Büchern stets um eine mögliche Welt. Diesmal stehen laut Boehme verschiedene Formen von Bekenntnissen im Mittelpunkt, nicht nur religiöse. Zudem werde der Zeitbegriff umgekrempelt sowie diskutiert, ob das Wetter unsere Gedanken lesen kann. Im Vergleich zu Daths "gern ins Verstiegene ausgreifender Prosa" sei der Ton von "Leider bin ich tot" überraschend herkömmlich, bemerkt der Kritiker und setzt lobend nach, dass dem Leser die Lektüre durch anschauliche Erläuterungen erleichtert werde. Daths "Neigung zu gelegentlichem Dozieren" sei zwar auch hier bemerkbar, aber nicht sehr ausgeprägt. Mit einem "bombastischen Finale" mache er am Ende sogar die Liebhaber von Action glücklich.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.04.2016
Thomas Steinfeld scheint nicht sicher, ob der Roman des Kollegen Dietmar Dath ihm Bedeutsamkeit nicht nur vorgaukelt. Ein stetes Raunen im Text vernimmt er jedenfalls, ein dumpfes Dröhnen besser, meint er. Die blutrünstige Geschichte erscheint ihm wie eine Variation auf ein Thema von Bulgakow, nur mit einer Sekte im Mittelpunkt, mit marxistischen Gruppen, den Thesen des Philosophen Galen Strawson und Death Metal. Dass Dath die Leserin dauernd zum Nachschlagen anhält, findet Steinfeld ja in Ordnung, doch das ständige Winken mit Bedeutsamkeiten, hochtrabend, esoterisch oder verpönt, macht das Buch, das auf jede Erzählökonomie pfeift, wie er meint, für ihn auch ein bisschen zur Qual.
Dietmar Dath, 1970 geboren, ist Autor und Übersetzer. Er war Chefredakteur der Zeitschrift Spex und von 2001 bis 2007 Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, seit September 2011 ist er dort ...
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