Ein Erzähler, möglicherweise ein ehemaliger Mönch, blickt zurück auf sein Leben: Kindheit und Jugend hatten darin keinen wahrhaftigen Platz, Vater und Mutter spielten nicht die ihnen zugedachte Rolle. Sein Weg führte ihn vom Glauben zum Zweifeln, vom Dorf in die Stadt. Der Stadt entflieht er in die Einsamkeit seiner Klause. Dort versucht er in Worte zu fassen, was ihn fassungslos macht, spürt den Gebeten nach, die einst so viel Kraft besaßen, vor dem Sturz Gottes …
Friedrich Ani kennt Rezensent Nico Bleutge überwiegend als Krimi-Autor, er ist aber auch Lyriker und hat nun einen neuen Band vorgelegt, in dem es viel um das Zweifeln geht. Nicht immer ist klar, ob man sich gerade in der Gegenwart oder der Vergangenheit befindet, schreibt Bleutge. Der titelgebende Stift ist für den Rezensenten mehrfach codiert: Als Schreibgerät, als kleiner Junge, aber auch als Kloster: "Fern vom Stift ist keine Gegend/Schreibend erfinde ich die Stadt." Kettenreime und Assonanzen prägen die Gedichte, die für den Kritiker am stärksten sind, wenn sich der Zweifel sowohl inhaltlich als auch strukturell niederschlägt, deshalb kommen ihm die ebenfalls beigefügten Gelegenheitsgedichte auch nicht ganz so überzeugend vor. Am besten findet er den Titelzyklus, resümiert Bleutge.
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