Tim Crane

Die Bedeutung des Glaubens

Religion aus der Sicht eines Atheisten

Klappentext

Aus dem Englischen von Eva Gilmer. Die gegenwärtige Debatte über Religion tritt auf der Stelle, und häufig beschleicht einen das Gefühl, dass Gläubige und Ungläubige einfach aneinander vorbeireden. Der britische Philosoph und Atheist Tim Crane bietet in seinem von der Kritik gefeierten Buch einen Ausweg aus dieser Pattsituation. Er zeigt, dass es einen grundlegenden Fehler im Ansatz der meisten Atheisten gibt: Religion ist nicht das, wofür sie es halten. Atheisten neigen dazu, Religion als eine Art primitive Kosmologie zu behandeln, und kommen so zu dem Schluss, dass Gläubige irrational, abergläubisch und bigott sind. Crane dagegen bietet ein alternatives Verständnis der Religion an: Er sieht sie bestimmt zum einen durch einen religiösen Impuls, einem Sinn für etwas, das über die Welt der gewöhnlichen Erfahrung hinausgeht; und zum anderen durch eine Identifikation, durch die Tatsache, dass Religion in der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe und deren Praktiken besteht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2019

Johann Hinrich Claussen empfiehlt Tim Cranes Buch zur Einübung von Toleranz im Allgemeinen und in Bezug auf Religion im Speziellen. Wie der englische Philosoph sich als erklärter Atheist dem Verständnis von Religion als etwas Systematischem, Praktischem, Sinngebendem und Transzendentem annähert, findet der Rezensent anschaulich, fair und erstaunlich differenziert. Reizvoll scheint ihm zudem, dass Cranes "Grundeinsichten" sich mit denen aufgeklärter Protestanten wie Schleiermacher und Troeltsch decken. Bedeutsamer erscheint Claussen aber der aktuelle, um Verständnis zwischen Religiösen und Säkularen ringende Ansatz. Hier trifft sich der Autor laut Claussen mit Ronald Dworkin und zeigt, was Toleranz heißt: das Aushalten von Unterschieden.
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