Die klassische Moderne entsprang keineswegs voraussetzungsfrei den Köpfen ihrer Protagonisten beziehungsweise den sie entbindenden historischen Schocks, sondern war zutiefst in der europäischen Kulturentwicklung verwurzelt. Warum dann konnte sie sich so radikal, als definitiver Bruch mit der Geschichte, in das kollektive Bewusstsein einschreiben? Hochhaus und Gemeinschaft - als Vokabeln des großen Versuchs, mit allen historischen Maßstäben zu brechen - bilden die thematische Klammer des vorliegenden Essays, der diese Frage zu beantworten sucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2018
Robert Kaltenbrunner bekommt mit dem neuen Buch des Stadttheoretikers Dieter Hoffmann-Axthelm anregende Lektüre über das, was Stadt ausmacht. Die historische Entwicklung hinter dem Hochhausbau führt ihm der Autor vor Augen, das Sozialpolitische und das Religiöse. Wie im Hochhaus rechte wie linke Sehnsüchte und Utopien Stein werden, vermittelt ihm der Autor, skeptisch angesichts der Großwohnanlage und der darin laut Autor zum Ausdruck kommenden Selbstüberschätzung der Moderne. Provokant, aber auch erhellend, findet Kaltenbrunner, da der Autor die Architekturtheorie aus dem Elfenbeinturm holt.
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