Didier Conrad, Jean-Yves Ferri

Die Tochter des Vercingetorix

Asterix, Band 38
Cover: Die Tochter des Vercingetorix
Egmont Ehapa Media, Berlin 2019
ISBN 9783770436385
Gebunden, 48 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Im vierten Album aus der Feder des Duos Jean-Yves Ferri und Didier Conrad steht eine geheimnisvolle junge Frau im Mittelpunkt, die die Tochter des legendären Vercingetorix sein soll! Als ein fremdes Mädchen in Begleitung von zwei Arverner-Häuptlingen im Dorf der unbeugsamen Gallier auftaucht, sind die Bewohner in heller Aufregung. Die Drei sind auf der Flucht vor Julius Cäsar und seinen Legionären, und das aus gutem Grund: Man munkelt, dass der Vater des Mädchens kein Geringerer sei als der große Häuptling Vercingetorix, der einst bei Alesia von Cäsar geschlagen wurde!

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.11.2019

Den berüchtigten Wortwitz, Anspielungen auf die aktuelle Politik, altbekannte Helden und neue Frauenpower - auch der 38. "Asterix"-Band hat dem Rezensent Rainer Moritz einiges zu bieten. Dem schmunzelnden Kritiker zufolge nimmt Häuptling Majestix hier die Tochter von Vercingetorix, Adrenaline, unter seine Fittiche, macht sich aber mit ein paar Halbstarken aus dem Dorf selbstständig. Mit ihrem langen Zopf und der Warnung, die Wildschweine könnten überjagt sein, hat Adrenaline Moritz nicht zuletzt an Greta Thunberg erinnert: Auch diese junge Frau stellt die Welt der Gallier jedenfalls gehörig auf den Kopf (Wildschweinjagd einschränken? Armer Obelix!). Nach einer längeren Flaute hat die Serie fast wieder zu alter Stärke gefunden, freut sich der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.10.2019

Ralph Trommer findet es gar nicht schlecht, wie Didier Conrad und Jean-Yves Ferri die Abenteuer von Asterix und Obelix seit dem Tod ihrer Erfinder Uderzo und Goscinny fortschreiben. Und auch dass sie mit dem neuen Band um die Vercingetorix-Tochter Adrenaline die Reihe einer weiteren jungen Leser-Generation erschließen möchten, erscheint ihm nicht verkehrt. Adrenaline also wird Asterix und Obelix anvertraut, denn Cäsars Schergen sind hinter dem Kind her, der Verräter Miesetrix ist unterwegs ins gallische Dorf. Adrenaline gibt allerdings kein pflegeleichtes Mündel ab, verrät Trommer, als Kämpferin für elternlose Kinder weltweit erinnert sie den Rezensenten deutlich an Greta Thunberg. Zwar fällt das Ende für Trommers Geschmack etwas gefällig aus, aber das freigeistige Kind und ihre Gefährten bereiten ihm bis dahin wirklich viel Vergnügen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.10.2019

Der neuste Asterix-Band hat Rezensentin Martina Knoben zwar in einigen Punkten gut gefallen, verschenke aber letztendlich sein Potenzial, meint sie. Das neue Album stellt mit Adrenaline, Tochter des Gallierfürsten Vercingetorix, eine junge, moderne Heldin vor, die mit ganz neuen Ideen (Zusammenarbeit statt Krieg, Getreide statt Wildschweinbraten) in Greta Thunberg-Manier das vertraute Asterix-Universum durcheinanderbringt. Dieser moderne Twist gelingt Autor Ferri und Illustrator Conrad dabei zwar in Teilen, so die Rezensentin, beispielweise im "wirklich klug und komisch" umgesetzten Generationen-Clash. Auch zeichnerisch sei das Album ein regelrechter "Genuss", und den Originaltext sowie die Übersetzung von Klaus Joken findet Knoben ebenfalls ansprechend. Letztendlich "verläppere" allerdings das satirische Potenzial des Stoffs, und die Figur der Adrenaline bleibe recht blass. Dass eine vollständig funktionierende Revision aber auch nahezu ein Ding der Unmöglichkeit ist, gesteht die Rezensentin den Machern jedoch zu. Der Spagat zwischen Modernisierung und Bewahrung eines Klassikers bleibe eben eine Zwickmühle, so Knoben.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2019

Rezensent Patrick Bahners nimmt den brandneuen Asterix-Band von Jean-Yves Ferri und Didier Conrad in die Hand und stellt fest, dass der deutsche wie der französische Leser sein Wissen über die Gallier tatsächlich vor allem Goscinny und Uderzo verdankt. Deren Erben Ferri und Conrad erweitern den Sagenkosmos laut Bahners nicht unbedingt, aber kehren mit der Figur des Vercingetorix zum Ursprung der Geschichte zurück. Dass der "Gründungsheld" Vercingetorix außer in Sepia-Erinnerungen gar nicht auftritt, sondern seiner renitente Tochter Adrenaline die Show gehört, fände Bahners in Ordnung, wenn die beiden Autoren nur den politischen Geist ihrer Vorväter geerbt hätten. Die ewigen Schlägereien auf der Galeere sehen für den Rezensenten neben der handfesten Satire von Goscinny/Uderzo ziemlich alt aus.
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