Demokratisierung der Deutschen

Errungenschaften und Anfechtungen eines Projekts
Cover: Demokratisierung der Deutschen
Wallstein Verlag, Göttingen 2020
ISBN 9783835336360
Gebunden, 501 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Tobias Freimüller, Tim Schanetzky, Sybille Steinbacher, Dietmar Süß und Annette Weinke. Die "Demokratisierung der Deutschen" war nach 1945 keine zielstrebige Erfolgsgeschichte, sondern ein ambivalenter, mitunter gefährdeter Prozess.Lange wurde die Bundesrepublik als "geglückte Demokratie" beschrieben. Erst mit den Erfolgen des "Populismus" schlug das Pendel ins andere Extrem um: Seither überschlagen sich Krisendiagnosen und Untergangsszenarien. Vor diesem Hintergrund setzt sich der Band mit den Voraussetzungen und Eigendynamiken jenes Demokratisierungsprojekts auseinander, das seine Wurzeln im demokratischen Exil und in den alliierten deutschlandpolitischen Planungen des Zweiten Weltkriegs hatte. Verfolgt wird die Geschichte der Demokratisierung bis in die Gegenwart: Erwartungen und Imaginationen geraten dabei ebenso in den Blick wie staatliche Institutionen und Strukturen, wirtschaftspolitische Weichenstellungen sowie gesellschaftliche Diskurse und Mentalitäten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.04.2020

Ralf Husemann stellt fest, dass der von Tobias Freimüller, Tim Schanetzky, Sybille Steinbacher, Dietmar Süß und Annette Weinke herausgegebene Band sich auf Zeiten bezieht, die gerade weit entfernt scheinen. Die Auseinandersetzung mit Rechtsterror, Antisemitismus, AfD, der Gefährdung der Demokratie und der Frage, was aus der Geschichte zu lernen sei, findet Husemann gleichwohl aktuell. Die knapp dreißig "materialreichen", laut Rezensent gut lesbaren Essays von Kulturwissenschaftlern und Historikern können allerdings nur als Einstieg in die Thematik gelten, räumt er ein. Ob sich Diemar Süß mit Nazikitsch befasst oder Carola Dietze den blinden Fleck der Historiografie in Bezug auf die im Jahr 1980 von der Wehrsportgruppe Hoffmann verübten Morde ausleuchtet, stets fühlt sich Husemann mit interessanten Einzelheiten bereichert.
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