Deborah Levy

Heiße Milch

Roman
Cover: Heiße Milch
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2018
ISBN 9783462049770
Gebunden, 288 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Barbara Schaden. Eine junge Frau begleitet ihre Mutter nach Spanien, wo diese in einer Spezialklinik behandelt werden soll, da die Beine ihr den Dienst versagen. Doch ist das Leiden der Mutter wirklich physischer Natur, oder versucht sie, ihre Tochter an sich zu binden? Dr. Gomez gilt als Koryphäe, deshalb reisen die beiden Engländerinnen nach Andalusien, wo sich Rose in Behandlung begibt. Sofia, deren griechischer Vater die Familie vor Jahren verließ, versucht zu ergründen, woran ihre Mutter erkrankt ist und wo sie selbst steht. Beim Schwimmen im Meer, das voller Medusen ist, in Gesprächen mit Dr. Gomez oder dessen Tochter wird ihr immer klarer, dass sie sich von ihrer Mutter befreien muss. Als sie die Deutsche Ingrid kennenlernt, die selbstbewusst und unkonventionell ihr Leben lebt, trifft Sofia Entscheidungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.03.2018

Susanne Lenz warnt davor, Deborah Levys Roman als konventionelle Geschichte einer Freiheitssuche misszuverstehen. Der Dreh steckt für sie in der Uneindeutigkeit, mit der Levy ihre Figuren vor einer unerbittlichen Sommerkulisse zeichnet, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Zwänge. Die bedrückende Atmosphäre um die eine kaputte Mutter-Tochter-Beziehung erschafft sie weniger mit Psychologie als mit den Mitteln der Poesie, erklärt Lenz. Mitunter erscheint Lenz die Uneindeutigkeit aber auch ermüdend.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.03.2018

Für Rezensent Ulrich Rüdenauer ist die in London lebende Schriftstellerin Deborah Levy eine Meisterin des Psychogramms. Auch in ihrem neuen Roman "Heiße Milch", im Original bereits 2016 erschienen, begleitet der Kritiker wieder zwei Figuren, in diesem Fall ein voneinander abhängiges Mutter-Tochter-Gespann, aus der "Komfortzone" heraus hin zur Emanzipation voneinander und staunt einmal mehr über die Suggestivkraft von Levys Sprache. Vor allem aber bewundert der Kritiker das Vermögen der Autorin mittels verschiedener Symbole und einer scheinbar stillstehenden Zeit eine an Ozon- und Almodovar-Filme erinnernde "flirrende" Szenerie zu erschaffen, in der jederzeit mit einem "Buñuelschen Abgrund" gerechnet werden muss.
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