David Vann

Aquarium

Roman
Cover: Aquarium
Suhrkamp Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783518425367
Gebunden, 282 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Die zwölfjährige Caitlin lebt allein mit ihrer Mutter in einem Vorort von Seattle. Jeden Tag geht sie nach der Schule ins öffentliche Großaquarium und wartet dort, bis ihre Mutter sie abends nach der Arbeit abholt. Sie ist fasziniert von den stummen, bunten Wesen hinter dem Glas und geht ganz in der rätselhaften Unterwasserwelt auf. Eines Tages trifft sie im Aquarium einen älteren Mann, der die Fische ebenso zu lieben scheint wie sie selbst. Sie freundet sich mit ihm an - und öffnet damit nichtsahnend die Tür zur Vergangenheit ihrer Mutter. Eine Tür, die diese verzweifelt wieder zu schließen versucht, und sei es mit drastischen Mitteln. David Vanns neuer Roman ist ein Buch über ein Mädchen, dessen Bedürfnis danach, geliebt zu werden, alles verändert, und ein Buch darüber, dass in der Familie so etwas wie Vergebung möglich ist. Und ein Neuanfang.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.09.2016

Was Rezensent Tilman Urbach an David Vanns neuem Familiendrama auszusetzen hat, ist Jammern auf hohem Niveau. Anders als Vanns frühere Romane, beginnt "Aquarium" ganz leise und zurückhaltend, ehe er sich zu der emotionalen Kraft und Explosivität aufschwingt, die man aus Vanns Büchern gewohnt ist, so Urbach. Ein junges Mädchen flüchtet sich gedanklich in die Unterwasserwelten der Aquarien, erfahren wir. Über ihre Leidenschaft lernt sie einen älteren Mann kennen, der sich schließlich als ihr Großvater entpuppt, so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Vann gelingt in seinem neuen Buch einiges, dass er zuvor hat vermissen lassen, lobt Urbach, darunter die leisen, sublimen Töne, die im Konzert der Emotionen so wichtig sind. Nur die "geheime Meisterschaft des Loslassens", das Zulassen des Unvorhersehbaren und Unkontrollierbaren, hat David Vann noch nicht ganz erreicht, wendet der ansonsten überzeugte Rezensent ein.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 16.07.2016

Britta Heidemann wundert sich über David Vanns neuen Roman "Aquarium". Zum ersten mal gibt es bei Vann eine weibliche Erzählerin, zum ersten mal wird weder Selbst- noch Fremdmord begangen - und zum ersten mal wirkt das Leid, von dem der Autor natürlich trotzdem erzählt, nicht unmittelbar und authentisch, erklärt die Rezensentin. Die Erzählerin trifft in einem Aquarium einen alten Mann, der das Gespräch mit ihr sucht, später wird er sich als ihr Großvater erweisen, der sich von einer Schuld freisprechen will, was ihre Mutter diesem verwehren will und deshalb das Verhältnis zur Tochter aufs Spiel setzt, fasst Heidemann zusammen. So weit, so familiär, und irgendwie will der neue Ton nicht zu Vann passen, findet die Rezensentin.

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