Salih Jamal

Vor der Nacht

Roman
Cover: Vor der Nacht
Leykam Buchverlag, Graz 2024
ISBN 9783701183524
Gebunden, 320 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Eine Geschichte über das Verlieren, Suchen und Wiederfinden. Über Schuld und Vergebung, das Wesen der Liebe und die unerschütterliche Kraft des Zusammenhalts.Sechs Kinder in einem Heim geben einander Halt, aber verlieren sich wieder. Bis sich einer von ihnen auf die Suche begibt.Als Vierzehnjähriger kommt Jimmy in ein mitten im Autobahnwald gelegenes Kinderheim, genannt "das Heim der Wölfin". Dort trifft er Frei, Pappel, Lilly, Sinan und Beria. Die Erfahrung von Verlust und Verlorenheit schweißt die Kinder schnell zusammen, sie sind füreinander da, weil es sonst keiner ist. Doch die Gemeinschaft wird zersprengt, zwei von ihnen verschwinden spurlos.Als Jimmy volljährig wird und seinen eigenen Weg gehen muss, lässt ihn die Vergangenheit nicht los. Was geschah damals? Er begibt sich auf die Suche nach seinen vermissten Freunden und es entfaltet sich eine Geschichte über Schuld, Vergebung und dem Streben nach einem besseren Leben.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 29.11.2024

Salih Jamals "Vor der Nacht" beginnt vielversprechend in zweierlei Hinsicht - sowohl auf diegetischer Ebene für den Protagonisten Jonas, als auch in literarischer Hinsicht für den Rezensenten Tobias Lehmkuhl. Jonas kommt zwar aufgrund des Todes seiner Mutter und einer Gefängnisstrafe seines Vaters ins Kinderheim, aber eigentlich ergeht es ihm dort gar nicht so schlecht, er findet Anschluss, Freunde, ein neues Zuhause. Jamal erzählt davon in schlichter Sprache, "geradlinig und unprätentiös", so Lehmkuhl. Bis zum Jahr 1990, als Jonas die Volljährigkeit erreicht hat, das Kinderheim verlässt und sich in der Außenwelt zurechtfinden muss. Mit dem Ende der Kindheit seines Protagonisten scheint der Autor das Vertrauen in seine Geschichte, in die kleinen Gesten verloren zu haben, vermutet der Rezensent, denn plötzlich folgt ein Drama dem nächsten: Drogen, Sex, Diebstahl, Prostitution, Mord - alles dabei. Und so enden zwei Drittel der Geschichte im Klischee, so der enttäuschte Rezensent.
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