Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama. Für den Erzähler ist der frühe Tod seines Freundes Boas Masor ein Schock, von dem er sich nicht erholt. Er ist ein berühmter Chirurg, mit der Alltäglichkeit des Sterbens vertraut. Doch Boas' Tod erscheint ihm "unfassbar", ja "skandalös". Wie ein Dibbuk, ein böser Totengeist, verfolgen ihn die Erinnerungen. Es erscheint ihm, als habe Boas' Tod seinen eigenen vorweggenommen. "Vom Leben Abschied nehmen, na gut, aber von mir selbst Abschied nehmen?" Er begehrt dagegen auf, indem er sich der gemeinsamen Zeit besinnt. An ihre Kindheit in Tel Aviv, ihr Studium, die wechselvollen Beziehungen zu Frauen und Geliebten, Neid und Konkurrenz, Bruch und Versöhnung. So verschieden sie in Wesen, Temprament, Auffassungen und Lebensstilen waren, standen sie sich wie Pole gegenüber.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2016
Rezensent Jakob Hessing seufzt: Was hätte Eyal Megged aus seinem Roman "Unter den Lebenden" nicht nicht alles machen können! Aus der Perspektive von zwei Medizinern schreibe Megged hier über die Grenze zwischen Leben und Tod, Seele und Körper, was den Kritiker eigentlich interessiert. Doch leider mache Megged nichts daraus. So liest Hessing neben zahlreichen biografischen, aber nur angerissenen Anekdoten im Wesentlichen Szenen aus dem vergangenen Liebesleben der beiden jugendlichen Ärzte. Ob Megged an dem Anspruch, zugleich einen ideologischen Roman über die Grenzen der klassischen Medizin und seine Freundschaft zu dem 2006 verstorbenen israelischen Liedtexter Eli Mohar zu schreiben gescheitert ist, kann der Rezensent nur vermuten.
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