David Ranan

Ist es noch gut, für unser Vaterland zu sterben?

Junge Israelis über ihren Dienst in der Armee
Cover: Ist es noch gut, für unser Vaterland zu sterben?
Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 2011
ISBN 9783894796891
Gebunden, 271 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Die israelische Armee hat lange das Rückgrat der israelischen Gesellschaft gebildet. Heute befindet sich Israel im Umbruch, die Generation der Staatsgründer tritt ab. Und nach 40 Jahren Dienst in den besetzten Gebieten steht auch das Verhältnis der Israelis zu ihrer Armee auf dem Prüfstand. In diesem Buch kommen junge israelische Männer und Frauen zu Wort, die sich auf ihren dreijährigen Wehrdienst vorbereiten oder ihn bereits absolviert haben. Es kommen aber auch die zu Wort, die diesen Dienst verweigert haben und dafür ins Gefängnis gegangen sind und jene, die bittere Erfahrungen gemacht haben in einem Einsatz, den sie zum Teil als Besatzungsdienst empfanden. Sie alle berichten über ihre Hoffnungen und Erwartungen an Israel, über ihre politischen Ansichten und moralischen Nöte mit diesem Staat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.03.2012

Ein Buch, das den Finger in die Wunde legt, meint Peter Münch. In diesem Fall heißt die Wunde Israel und sein Militär. Wie bedeutsam das Militär für das israelische Selbstverständnis war zeigt der aus Israel stammende, in London lebende David Ranan dem Rezensenten, aber auch, wie sehr sich dieses Selbstverständnis im Wandel befindet. Anhand von Interviews mit jungen Israelis, Männern wie Frauen, zu ihrer Einstellung zum Militär, eröffnet der Autor vor den Augen des Rezensenten ein in sich widersprüchliches, doch umso authentischeres Spektrum von Aussagen. Psychologische und politische Skrupel werden sichtbar, Mittel und Wege der Ultra-Orthodoxen, sich dem Wehrdienst zu entziehen, sowie die Einstellung national-religiöser Soldaten. Für Münch ein umfassendes Bild der israelischen Gesellschaft heute.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.01.2012

Der Politikwissenschaftler David Ranan hat für diesen Band etliche Israelis nach ihrer Sicht auf die Armee und Wehrdienst befragt. In insgesamt 27 Interviews berichten sie von ihren Erfahrungen und bekunden nach Informationen von Rezensentin Martina Doering durch die Reihe, wie sehr sie vor allem eine Frage beschäftigt: Wo verläuft bei der Verteidigung Israels oder dem Dienst in den besetzten Gebieten die Grenze zwischen legitimer Härte und illegitimer Brutalität? Die Rezensentin erweckt mit ihren Einlassungen zur israelischen Armee und den vielen zertrümmerten Mythen den Eindruck, als hätte sie sich das alles viel kritischer vorstellen können. Dass die Ausführungen der Interviewten ein "buntes Kaleidoskop der israelischen Gesellschaft" widerspiegeln, lässt sie etwas "orientierungslos" zurück. Eine eindeutige Antwort auf die Titelfrage gibt es augenscheinlich nicht.