David J. Linden

High

Woher die guten Gefühle kommen
Cover: High
C. H. Beck Verlag, München 2012
ISBN 9783406630507
Gebunden, 272 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz. Was hat ein köstliches Essen mit einem Dauerlauf zu tun? Oder eine großzügige Spende mit dem Nervenkitzel beim Roulette? Ist es für unser Wohlbefinden herzlich egal, ob es durch Liebe oder Arbeit zustande kommt? Wie entstehen eigentlich die guten, die "Hochgefühle"? Anhand vieler anschaulicher Beispiele klärt uns der renommierte amerikanische Neurowissenschaftler David J. Linden darüber auf, was in unserem Gehirn geschieht, wenn wir Freude, Vergnügen und Lust empfinden. Dabei macht er eine erstaunliche Entdeckung: So verschieden kann die Lust am Essen von der Freude, die wir etwa beim Sport oder sogar beim Lernen verspüren, gar nicht sein. Denn alle diese Tätigkeiten senden neurale Signale aus, die in derselben Hirnregion zusammenlaufen, im sogenannten Belohnungszentrum. Es vermittelt uns sogar das Hochgefühl, das wir etwa bei Meditation erleben oder auch, wenn wir für einen guten Zweck tief in die Tasche greifen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.06.2012

Viele absonderliche Anekdoten aus dem Tierreich entnimmt ein sich über diese glänzend amüsierender Jan Füchtjohann dieser Studie des Neurophysiologen David Linden: Homosexuelle Nekrophile, nasale Sexpraktiken und ausgefallene Masturbationstechniken weisen ihm den Weg zur Erkenntnis, dass der Mensch mit seiner "Suche nach dem nächsten Kick" nicht alleine in der Biologie ist, auch wenn der Mensch als einziges Wesen zur Zügelung seiner Lust über ein kulturelles Regiment aus religiösen, moralischen und juristischen Leitsätzen verfüge. Dass Linden sich mit der Langeweile solcher Verzichtsinstrumentarien nicht allzu lange aufhalte, sondern voll aus den "maßlosen, unverdienten und künstlichen Lüsten" schöpfe, dankt ihm der Rezensent mit Freuden. Wenig Lust verspürte er allerdings bei der Lektüre einiger arg mit Wissenschaftsvokabular durchsetzter Passagen. Schlussendlich nimmt Füchtjohann einiges aus diesem Buch mit, nicht zuletzt die Erkenntnis, wie solitär pervers unser Gehirn dastehe, wenn es um die Freuden der monogamen Ehe oder gedanklicher Abstraktionsvorgänge gehe.
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