Aus dem Amerikanischen von Jürgen Neubauer.Wissen Sie, wer die Entscheidungen in Ihrem Leben trifft? Sie oder Ihr Unterbewusstsein? Mit wem führen wir innere Dialoge? Wer tritt auf die Bremse, noch bevor wir ein Hindernis bewusst wahrgenommen haben? David Eagleman führt Sie durch die mysteriösen Tiefen Ihres Gehirns und lässt das, was Sie bislang für die Wirklichkeit gehalten haben, in einem völlig neuen Licht erscheinen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.03.2012
Burkhard Müller lässt sich vom angelsächsischen Schmiss, den der Neurowissenschaftler David Eagleman in seinem Buch über die komplexen Funktionen des Gehirns und das Bewusstsein an den Tag legt, durchaus mitziehen. Der Autor legt anhand vieler Beispiele dar, dass das menschliche Bewusstsein von den meisten Vorgängen im Organismus nichts weiß und somit die meisten bewussten Entscheidungen auch auf unbewussten Vorgängen beruhen, fasst der Rezensent zusammen. Eagleman untersucht das Gehirn vor allem von seiner kybernetischen Seite, darin sieht der Rezensent sowohl Vor- wie Nachteile. Schon die Metaphern, die Eagleman wählt, hält der Rezensent für problematisch, da widersprüchlich: es ist von "Zombie-Programmen", dem "demokratischen" Gehirn oder dem Gehirn als "Aufsichtsratsvorsitzender" die Rede. Als Hauptschwierigkeit stellt sich für Müller dar, dass Eagleman keinen "Begriff vom Individuum" hat, was sich nicht zuletzt in den seiner Meinung nach schiefen Metaphern niederschlägt. Der Rezensent beklagt hier einen philosophischen blinden Fleck, über den man hinwegsehen müsse, wenn man dieses Buch mit Gewinn lesen wolle.
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