Dany Laferriere

Die Kunst, einen Schwarzen zu lieben ohne zu ermüden

Roman
Cover: Die Kunst, einen Schwarzen zu lieben ohne zu ermüden
Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2017
ISBN 9783884235683
Gebunden, 140 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Beate Thill. Es geht um das Begehren zwischen Schwarz und Weiß, auf allen Beziehungsebenen, auf denen Stereotypen zwischen den Rassen wirksam werden. Anfang der 1980er in Montreal: Zwei arbeitslose schwarze Migranten hausen zusammen in einer versifften Einzimmerwohnung in der Rue St. Denis, mitten in der Altstadt. Der eine liegt auf der Couch, hört den ganzen Tag Jazz, liest im Koran und zitiert Freud. Der andere schreibt auf dem ihm einzig wichtigen Besitz, seiner Remington 22 - das nächtliche Klappern der Tastatur weckt natürlich die Neugier der weißen Studentinnen einer angesehenen Universität. Welcher Entgrenzungswunsch ist es, der aus den bildungshungrigen Bürgertöchtern Dauergäste in der Bude der Habenichtse macht? Für die beiden Freunde ist jede eine "Miz", Miz Literatur, Miz Snob, Miz Sophisticated Lady, Miz Suizid … und aus dem Versuch, sich einen Reim darauf zu machen - unter Befragung der literarischen Tradition jeglicher Couleur -, wächst der Roman in einer souveränen, gewitzten Sprache, wird aus dem exotischen Lover ein Autor.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.08.2017

Hochaktuell findet Rezensentin Brigitte Werneburg dieses bereits vor 32 Jahren erschienene Romandebüt des kanadischen Schriftstellers Dany Laferriere, das sie als Einspruch gegen die Programmatik der "Critical Whiteness" liest. Wie der Autor hier mit Freud, Allah und dem Koran hantiert, um die Idee, der Muslim könne kein Westler sein, zu verspotten und dabei von viel "Sex zwischen Schwarz und Weiß" erzählt, hat der Kritikerin ausgesprochen gut gefallen. Amüsiert folgt sie zwei in Montreal lebenden Migranten aus Haiti, die weiße Frauen in Kategorien einordnen, um sie dann zu "vögeln" und denen die Geschichte als "Aphrodisiakum" dient.

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