Daniel Ganzfried

. . . alias Wilkomirski

Die Holocaust-Travestie. Enthüllung und Dokumentation eines literarischen Skandals
Cover: . . . alias Wilkomirski
Jüdische Verlagsanstalt, Berlin 2002
ISBN 9783934658295
Kartoniert, 270 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Sebastian Hefti im Auftrag der Deutschschweizer PEN-Zentrums.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.08.2002

Aus diesen Seiten spricht der Wunsch nach Sühne und Rache. Allerdings nicht zulasten des "falschen Opfers" Binjamin Wilkomirski, wie David Kassner feststellt, sondern gegen die deutsche "Leidkultur", die Verlage und Literaturagenten, die das getürkte KZ-Schicksal des Binjamin W. für bare Münze nahmen, nehmen wollten, wie es der Autor sieht. Wenn Daniel Ganzfried sich mit diesem Buch nun der "Enttarnung" des Fakes rühmt und gegen die an der Publikation Beteiligten polemisiert, schießt er für Kassner allerdings weit übers Ziel hinaus: Weder die "kaum redigierten" Zeitzeugen-Interviews mit Claude Lanzmann und Imre Kertesz noch die "vagen Andeutungen" und "pauschalen Verurteilungen" des Autors, findet er, tragen zum Verständnis des Falls bei.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.05.2002

Der Autor Daniel Ganzfried war derjenige, der vor sieben Jahren in der Zürcher "Weltwoche" den atemberaubenden Betrug des Holocaust-Schwindlers Binjamin Wilkomirski nach gründlicher Recherche aufdeckte. In diesem Buch erzählt er nun, "mal genüsslich, mal fassungslos", wie der Rezensent Alex Rühle schreibt, die Geschichte dieser Enthüllung - und natürlich auch die Geschichte des Bruno Doessekker alias Wilkomirski, der sich immer größenwahnsinniger zum Holocaust-Opfer stilisierte, das er nie war. Bei Ganzfried erscheint Doessekker als "geltungssüchtiger Betrüger", aber auch, so Rühle, als "Opfer seiner Autosuggestion und Geltungssucht". Stärker als der Schwindler selbst gerät so das Umfeld in den Blick, der Literaturbetrieb, eine Öffentlichkeit, die nach der Enthüllung über "Lüge und Nacktheit" diskutierte. Rühle würdigt das Buch als "hermeneutisches Lehrstück", weist aber auch darauf hin, dass Ganzfried selbst das eine oder andere Mal die wirklichen Umstände seiner Recherche semi-fiktional aufgehübscht habe.

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