Constantin Brunner geht es in seiner Darstellung darum, nachzuweisen, daß der Judenhass zuallererst einmal Menschenhass ist. Brunners Analyse: Jede Rassentheorie widerspricht den Begriffen von Staat und Nation und verstärkt den Menschenhass.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.05.2004
Sehr begrüßenswert findet Thomas Meyer die Neuauflage von "Der Judenhass und die Juden", dem Hauptwerk des Philosophen, Psychologen, Literaten und politischen Publizisten Constantin Brunner von 1919. Meyer beschreibt Brunner als "ebenso faszinierende wie merkwürdige Persönlichkeit". "Judenhass ist Menschenhass", heiße es darin unmissverständlich, die Vokabel "Antisemitismus" sei Brunner bereits eine Verdeckung des Tatbestandes "Judenhass", berichtet Meyer. Brunner rate den deutschen Juden zur Selbstemanzipation. Den Zionismus habe er dabei als "völlig falsche und fatale Antwort" auf den Judenhass bewertet. Insgesamt findet Meyer in dem Buch viele auch heute noch "gültige Überlegungen" zum Thema. Wer sich über jüdische Reaktionen auf den Antisemitismus im Kaiserreich und in der Weimarer Republik informieren wolle, so der Rezensent, "kommt an Brunners Großessay nicht vorbei".
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